Diemelstadt

Die Wähler haben das letzte Wort

- Diemelstadt (-es-). 4337 wahlberechtigte Diemelstädter sind am heutigen Sonntag aufgerufen, über die Nachfolge von Bürgermeister Rolf Emde zu entscheiden, der nach 18 Jahren nicht wieder zur Wahl antritt. Zur Wahl stehen der 53 Jahre alte unabhängige Kandidat Peter Lieder, der von der SPD unterstützt wird, und der 44 Jahre alte Elmar Schröder, der für die CDU antritt.

330 Diemelstädter hatten bis Donnerstag schon per Briefwahl ihre Stimme abgegeben. Das entspricht rund acht Prozent. Alle Beobachter sind gespannt, wie am Ende am Sonntag die Wahlbeteiligung ausfallen wird. Zum Vergleich: Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 18. September 2005, als Bürgermeister Rolf Emde noch ohne Gegenkandidat angetreten war, lag die Wahlbeteiligung bei stolzen 77,4 Prozent. Am gleichen Tag wurde aber auch der Bundestag gewählt, was für zusätzliches Interesse der Wähler sorgte. Bei der Kommunalwahl im Frühjahr dieses Jahres gingen immerhin 51,4 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl. Schwer zu knacken sein werden aller Voraussicht nach aber die Wahlergebnisse, die Rolf Emde bei seinen drei Wahlen in den Jahren 1994, 1999 und 2005 vorgelegt hat. Drei Viertel aller Wähler entschieden sich bei seiner ersten Wahl 1994 für ihn. Auf seinen Gegenkandidaten Heinrich Friele entfielen damals nur 24,2 Prozent. Bei der Bürgermeisterwahl 1999 gingen zwar nur 42,9 Prozent der Diemelstädter zur Wahl. Dafür aber stimmten 91,1 Prozent für den einzigen Kandidaten. 2005 lag die Wahlbeteiligung bei 77,4 Prozent und die Zustimmungsrate für Emde bei 75,3 Prozent. Die Wahl am morgigen Sonntag wird wahrscheinlich deutlich knapper ausfallen. Beide Kandidaten bringen ähnlich gute Qualifikationen mit. Deshalb ist das Rennen völlig offen. Und ganz egal, wie die Wahl ausgeht: Beide Kandidaten sind wohl bestallt in verbeamteten oder beamtenähnlichen Stellungen. Für beide wird sich die Welt weiterdrehen. So oder so. Für die Diemelstadt aber steht einiges auf dem Spiel: Am Sonntag werden die Weichen gestellt für die nächsten sechs Jahre und darüber hinaus. Der neue Bürgermeister muss eine Lösung für die drängenden Probleme des demografischen Wandels finden und damit auch die Zukunft der kleinen Dörfer sichern. Davon hängt für die Diemelstadt eine Menge ab. Für all diejenigen, die die Auszählung und die Ergebnisse hautnah miterleben wollen, bietet das Wahlamt der Stadt am Wahlabend ab 18 Uhr im Restaurant „Zum Krug“ eine Präsentation auf Großbildleinwand an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare