Das 1872 gegründete Waldecksche Diakonissenhaus hat sich modernere Strukturen gegeben

Waldecksches Diakonissenhaus Sophienheim in Bad Arolsen hat sich neu strukturiert

+
WDS zwischen Tradition und Moderne: Der Blick geht vom lichtdurchfluteten Treppenhaus den neuen Helenenheims über die Straße zum alten Mutterhaus der Diakonissen.

Bad Arolsen. Das Waldeckische Diakonissenhaus WDS hat sich in den vergangenen Monaten eine neue Organisationsstruktur gegeben. Wichtigste Botschaft: Sämtliche neuen Firmen sind Mitglied in der Diakonie Hessen und für die Mitarbeitenden und Betreuten ändert sich nichts.

Hintergrund für die grundlegende Umstrukturierung sind die tief greifenden Veränderungen auf dem Pflegemarkt. Inzwischen haben sogar ausländische Investoren den Markt entdeckt und mischen ihn kräftig auf. „Wer hier auf Dauer überleben will, muss wachsen“, sagt WDS-Vorsteher Oswald Beuthert, der sich mit seinem Verwaltungsleiter Wilfried Höhle in den vergangenen fünf Jahren intensiv mit allen Aspekten des Marktes beschäftigt hat.

Dabei wurde deutlich, dass die in beinah 150 Jahren gewachsenen Strukturen des Diakonissenhauses mit einer Stiftung an der Spitze ihre juristischen Tücken hat. Deshalb wurde eine Holding als 100-prozentige Tochter der Stiftung gegründet. Diese Holding leitet und organisiert das operative Geschäft und ist in der Lage, Kooperationen mit anderen Häusern einzugehen, etwa mit anderen Stiftung. Zwei Stiftungen können aber nicht fusionieren, daher der Hilfskonstruktion mit der Holding.

Pfarrer Oswald Beuthert ist Vorsteher des Waldeckischen Diakonissenhauses.  

Pfarrer Beuthert: „Wir bedienen uns hier der Methoden moderner Wirtschaftsunternehmen, ohne aber deren Streben nach Gewinnmaximierung zu kopieren. Wir wollen nicht, dass die Altenpflege nur noch als Renditeobjekt gesehen wird. Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verpflichtet und wollen auch künftig so wirtschaften. Das betrifft die gute Bezahlung unserer Pflegekräfte und die gute Betreuung unserer Senioren.“ Die neue Holding trägt den Namen „DIAKO Waldeck-Frankenberg gGmbH“. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Stiftung WDS Waldeckschen Diakonissenhaus Sophienheim. In der DIAKO sind die Verwaltung für alle angeschlossenen Häuser und die Altenpflegeschule gebündelt.

Neu gegründet wurde die WDS Altenhilfe und Pflege gGmbH als 100-prozentige Tochter der DIAKO. In dieser Firma werden alle Aktivitäten in der Pflege und Betreuung gebündelt. Hierzu gehören die zentrale Diakoniestation für ganz Nordwaldeck, das Helenenheim und die Tagespflege in Adorf. 

Die dritte neugegründete Firma ist die WDS Kinder- und Jugendhilfe gGmbH, in der alle Aktivitäten in diesem Bereich zusammengefasst sind, ebenfalls eine 100-prozentige Tochter der DIAKO. Ebenfalls von der Holding betreut werden weitere Firmen und Pflegeheime, so das Pflegeheim in Asel, das vorhandene Alten- und Pflegeheim in Flechtdorf sowie das geplante Haus in Adorf. 

Und warum die ganze Umstrukturierung?

Künftige Zusammenschlüsse sind durch die Gründung neuer GmbHs unter dem Dach der Holding möglich. Die DIAKO erledigt für alle angeschlossenen Firmen die Personalbuchhaltung, die Abrechnung mit den Leistungsträgern, den Einkauf von Verbrauchsmaterial und vieles mehr. All das sind Synergieeffekte, die den angeschlossenen Häuser Zeit ersparen, die für wichtigere Dinge genutzt werden kann.

 „Mehr Einsparung geht kaum“, rechnet Pfarrer Beuthert vor. Er bleibt mit Wilfried Höhle Geschäftsführer der Holding. Die Geschäftsführung in den angeschlossenen WDS-Firmen erledigen sie im Ehrenamt mit. Auch das spart Geld. 

Beuthert: „Alle Neugründungen tragen die Buchstaben WDS im Namen. Damit stehen wir mit unserem guten Namen für eine ordnungsgemäße, dem christlichen Menschenbild verpflichtete Altenpflege. 

In den vergangenen fünf Jahren ist das WDS kräftig gewachsen. 2013 waren im Waldeckschen Diakonissenhaus Sophienheim 320 Menschen beschäftigt. Heute arbeiten in der Verantwortung des WDS 675 Pflegekräfte,Erzieher, Lehrer, Sozialpädagogen, Verwaltungsangestellte, Köche, Hausmeister, Reinigungskräfte zum Beispiel in Bad Arolsen, Flechtdorf, Asel und Frankenberg. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare