Bad Arolser Künstler greift gerne mal zu den Sternen

Walerij Bastron: Wenn der Mann im Mond Golf spielt

Ein Künstler vor einem inszenierten Bild zwischen zwei dorischen Säulen, einem Bild mit einem Astronauten auf dem Mond und einer Mond-Torte mit goldenem Golfball.
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Der Bad Arolser Künstler Walerij Bastron malt fantastische Bilder mit Hirschen auf leeren Straßen und vor Schlössern und Burgen. Sein neustes Werk ist dem ersten Golf-Abschlag auf dem Mond vor 50 Jahren gewidmet.

Seine Bilder haben etwas Übersinnliches, Ikonenhaftes, fast als seien sie nicht von dieser Welt.

Bad Arolsen - Das trifft in ganz besonderer Weise für Walerij Bastons jüngstes Werk zu: Es erinnert an den ersten Golf-Abschlag auf dem Mond.

50 Jahre ist es her, dass der amerikanischen Astronaut Alan Shepard als Mitglied der Apollo-14-Mission mit einem Sechser Eisen einen Golfball auf dem Mond abgeschlagen hat.

Ziele möglichst hoch ansetzen

Die Bedeutung des Ereignisses für den Golfsport war zu vernachlässigen, auch wenn die beiden Bälle damals wegen der fehlenden Atmosphäre und geringen Anziehungskraft über viele Meilen flogen.

Was den Künstler Bastron zu seinem Bild inspirierte, war vielmehr der kreative Gedanke: „Es ist der schöpferische Geist, der uns antreibt. Man muss seine Ziele so hoch wie möglich ansetzen und es darf dennoch spielerisch wirken.“ Genauso sieht er seine Kunst.

Ein Kuchen in Form eines halben Mondes

Das Bild vom Golf spielenden Astronauten trägt den Namen des venezianischen Mönch und Kartograf Fra Mauro, nach dem Landekrater von Apollo 14. Dazu hat Bastrons Bruder Roman einen halbkugelförmigen Kuchen mit einer Anmutung von Mondoberfläche gestaltet. Darauf steckt ein goldenes Golf-Tee mit einem goldenen Golfball obendrauf.

Ein wenig verrückt vielleicht, aber Kunst darf und muss dem Alltag entrückt sein. Wer das verrückt findet, liegt gar nicht so falsch.

Zwölfender vor historischer Kulisse

Ganz anders entrückt wirken die anderen fantastischen Kreationen von Walerij Baston: Stolze Hirsche mit mächtigen Geweihen vor Burgen und Schlössern. So haben Bastrons Zwölfender und ihre Hirschkühe mal die Löwenburg unterhalb des Kasseler Herkules in Beschlag genommen. Ein anderes Bild zeigt die majestätischen Tiere vor Schloss Calenberg bei Warburg oder vor Burg Eltz (bekannt vom 500-Mark-Schein) im Nebel.

Die Hirsche haben ihn inspiriert, weil sie für Kraft, Standhaftigkeit, Reichtum und Tradition stehen. Nicht ohne Grund ranken sich so viele Sagen und Mythen um den stolzen Geweihträger, und das nicht nur in der deutschen Sagenwelt, sondern auch in der kasachischen Heimat des Künstler.

Bilder voller Symbolik und Ästhetik

Der 43-Jährige ist in der Nähe von Astana in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen. Mit seinem Bruder verbindet ihn eine Seelenverwandtschaft. Während sich der eine für Heilkunst interessierte, fing der andere früh an zu zeichnen, besuchte ein Lyceum mit dem Schwerpunkt Architektur und Kunst.

Seit 1996 lebt die Familie in Deutschland. über Berndorf und Korbach fanden sie nach Bad Arolsen, Ecke Schloss- und Kaulbachstraße, wo sie schon seit Jahren kreativ arbeiten. Bastrons Bilder stecken voller Symbolik und Ästhetik. Manche wirken Märchenhaft, andere prophetisch. So sei er schon gefragt worden, ob er mit seinen Hirschen auf leeren Straßen den Lockdown der Corona-Pandemie vorweggenommen habe.

Seine Bilder finden international Beachtung

In der Region stieß sein Hirsch mit goldenem Geweih vor der Kulisse der Korbacher Altstadt auf Interesse, ebenso seine im Kampf verhakten Hirschgeweihe vor dem Arolser Schloss.

Bastrons kämpfende Hirsche vor dem Arolser Schloss.

Walerij Bastron freut sich, dass seine Bilder zunehmend auch international Beachtung finden. Sowohl in Moskau als auch in Österreich wurde man auf ihn aufmerksam. Aktuell bereitet er eine Ausstellung beim Stanglwirt in Kitzbühel vor. (Elmar Schulten)

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