Auszeichnung "Museum des Monats Juli"

Was macht das Waldecker Spielzeugmuseum in Massenhausen so besonders?

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Scheck und Urkunde für Vereinsvorsitzende Sylvia Hedderich: Das Spielzeugmuseum Massenhausen ist von Kunst- und Kulturminister Boris Rhein als „Museum des Monats Juli“ ausgezeichnet worden. Damit verbunden ist eine Geldprämie von 1000 Euro.   

Bad Arolsen-Massenhausen. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat auf seiner Sommerreise die Auszeichnung „Museum des Monats“ überreicht. Im Juli geht der Preis an das Waldecker Spielzeugmuseum.

Der Museums- und Heimatverein Massenhausen, der die Ausstellung betreibt, lässt mit historischen Puppenmöbeln, Eisenbahnen, Zinnsoldaten und weiteren fast 5000 Objekten über 100 Jahre Spielzeuggeschichte aufleben.

Minister Rhein: „Das Spielzeugmuseum hat sich einen sehr interessanten und menschlichen Aspekt des Lebens als Schwerpunkt gesucht: Im Spielzeug spiegeln sich nicht nur die technischen Errungenschaften der Zeit wider, sondern auch Erziehungsstile und gesellschaftliche Konventionen. Besonders charmant finde ich, dass man dem ausgestellten Spielzeug ansieht, dass es intensiv benutzt und von seinen kleinen Besitzerinnen und Besitzern liebgehabt wurde.“

Das Waldecker Spielzeugmuseum ist aus einer Initiative von Massenhäuser Bürgern um Karl Brühne entstanden, die sich im Jahr 2000 am hessischen Landeswettbewerb „Unser Dorf – Kinder im Dorf“ beteiligt haben. Damals wurde der Grundstock für ein Spielzeugmuseum gelegt. 

Mittlerweile finden sich in der Sammlung Spielzeuge aus der Zeit von 1830 bis 1970 in liebevoll aufbereiteten Ausstellungsräumen im ehemaligen Hof Meier, der wiederum im Zuge der Dorferneuerung wieder restauriert wurde.

Die Präsentation gliedert sich in die Themen Kindheit, Jungenspielzeug, Mädchenspielzeug, Spiele für alle, Spiele im Freien und bewegte Bilder. Ein Raum mit historischen Möbeln und Unterrichtsmaterialien widmet sich dem Thema Schule.

Die thematische Gliederung von Spielzeug für Mädchen und für Jungen folgt dem noch bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts gültigen Ideal der geschlechtsspezifischen Erziehung. Danach sollten Mädchen spielerisch auf ihre spätere Rolle als Mutter und Hausfrau vorbereitet werden. 

Mit Puppen, Puppenstuben und Puppenküchen übten sie sich in der Säuglingspflege und den häuslichen Pflichten. Jungen dagegen sollten Tugenden wie Tapferkeit und Mut erlangen und sich auf den späteren Beruf vorbereiten – etwa mit Baukästen und Dampfmaschinen.

Der Trägerverein belässt es nicht bei seiner Dauerausstellung, sondern beteiligt sich mit Aktionen an Veranstaltungen wie dem Internationalen Museumstag, organisiert Sonderausstellungen, hat einen eigenen Audioguide für Kinder entwickelt und lässt im Projekt „SpielZeugen“ Menschen Geschichten aus ihrer Kindheit erzählen.

„Mit all diesen zusätzlichen Angeboten macht der Museums- und Heimatverein Massenhausen das Waldecker Spielzeugmuseum zu einem Ort, an dem Geschichte erlebbar wird. Dafür danke ich den Mitgliedern herzlich. Ich freue mich zudem, dass das Land Hessen über die Projektförderung privatrechtlicher Museen tatkräftig beim Aufbau dieser spannenden Ausstellungen helfen konnte“, so Minister Boris Rhein. Förderungswürdige Kunst und Kultur gebe es eben nicht nur in den Ballungsräumen. Das solle mit der neuen Auszeichnung „Museum des Monats“ unterstrichen werden. (r/es)

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