Freiwilligendienst nach acht Monaten abgebrochen

Wegen Corona: Plötzlicher Abschied aus Namibia für Shannon Scheers

+
Ein Foto zur Erinnerung mit Shannon Scheers in Namibia.

Im August 2019 brach die Wetterburgerin Shannon Scheers nach Namibia auf: Als Freiwillige betreute sie mit einem Bachelor in Sozialer Arbeit Kinder mit Behinderungen wie Autismus.

Sie berichtet, wie ihr Aufenthalt wegen der Corona-Krise zu einem plötzlichen Ende kam:

Nachdem wir Weihnachten fernab von Familien am Pool gefeiert haben, hatten wir Freiwilligenein Seminar, da wir schon über ein halbes Jahr hier waren. Dabei tauschten wir Erfahrungen aus und sprachen über Ideen und Projekte. Das neue Schuljahr hat zu Beginn des Jahres angefangen und es sind neue Kinder in meine Einrichtung gekommen. Auch diese müssen sich erst einmal an den Alltag, die anderen Kinder und die Mitarbeiter gewöhnen.

Doch leider musste ich Ende März Namibia aufgrund der Corona-Situation verlassen. Das Auswärtige Amt wollte, dass alle Freiwilligen weltweit nach Deutschland zurückkehren. Leider ging das alles so schnell und auch Namibia hat Vorkehrungen getroffen und etwa Schulen und soziale Einrichtungen geschlossen. Mich trifft, dass ich mich von meinen Kindern und auch einigen meiner Kolleginnen nicht mehr verabschieden konnte.

Aus dem Koffer gelebt

Es war lange ungewiss, wann genau wir fliegen. Und so haben wir knapp zwei Wochen aus „gepackten“ Koffern gelebt. Ich war mir nie sicher, wann ich jemanden das letzte Mal gesehen habe oder wann ich zuletzt an einem Ort war. Zwei Tage vor unserem Abflug haben wir die Information bekommen. Gelandet sind wir in München.

In Deutschland war die Situation teilweise komisch. Ich habe mich sehr gefreut, meine Familie nach so langer Zeit wiederzusehen, aber leider konnte ich nicht allen direkt „Hallo“ sagen oder sie umarmen. So stellt man sich keine Begrüßung nach acht Monaten vor. Der Gedanke, dass ich eigentlich erst in vier Monaten da wäre, hat mich auch begleitet, sodass ich die Freude über die Rückkehr nicht immer direkt zeigen konnte.

Ich hätte gerne das „Jahr“ beendet – schwer gefallen wäre der Abschied mir aber sicherlich auch Ende Juli. Die Rückkehr habe ich mir anders vorgestellt, andere Freiwillige, Familien und Freunde sicherlich auch – eine Willkommensparty im August war schon geplant. Trotzdem wurde ich sehr schön begrüßt.

Die Arbeit mit Kindern in Namibia war für Shannon Scheers eine wertvolle Erfahrung. Wegen der Corona-Krise musste sie sie und das Team der Einrichtung „Side by Side“ zurücklassen. 

Mittlerweile bin ich schon fünf Wochen in Deutschland, habe mich gut eingelebt und im Mai eine neue Arbeitsstelle gefunden. Mit den Gedanken bin ich noch oft in Namibia und ich bin im ständigen Kontakt mit Freunden, Kollegen und unserer Gastfamilie. Klar ist: Ich werde wiederkommen.

Einen Freiwilligendienst zu absolvieren war eine gute Entscheidung und hat meiner Entwicklung sehr geholfen. Ich danke für die Unterstützung meiner Familie, Freunde und Bekannten. Nun genieße ich aber die Zeit mit ihnen, nach ich in den vergangenen Monaten sehr vermisst habe.

VON SHANNON SCHEERS

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare