Aufnahmeeinrichtung bald fertigstellen

Für weitere Flüchtlinge bereit

+
Bauarbeiten an den beiden Flüchtlingsunterkünften im Bioenergiepark.

 Die rückläufige Zahl der Flüchtlinge sei kein Grund, sich zurückzulehnen, erklärte Bürgermeister Jürgen van der Horst am Dienstagabend in seiner Sprechstunde in Massenhausen.

 Ursprünglich sei für das erste Quartal pro Woche die Ankunft von 100 Flüchtlingen im Kreisgebiet prognostiziert worden, sagte der Rathauschef. Doch über Ostern seien es null Ankömmlinge gewesen.

Dennoch sei es wichtig, die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes im Bioenergiepark in Mengeringhausen bald fertigzustellen. Der Vertrag zwischen dem Land (Finanzier) und der Stadt (Bauleitung) sei endlich unterzeichnet worden.

Der Standort in der ehemaligen Kaserne auf dem Hagen sei langfristig konzipiert. Notmaßnahmen mit Zelten seien nur vorübergehend als Lösung zu akzeptieren, sagte der Rathauschef.

Die Frage stehe nun an, ob die Einrichtung sofort belegt oder zunächst nur für mögliche stärkere Zuströme vorgehalten werde. Schließlich sei der Konflikt in Syrien noch nicht beendet.

In der nächsten Woche seien nähere Informationen vom Land über das weitere Prozedere zu erwarten. Die Stadt, das Bathildisheim, das Personal für die Betreuung bereitstelle, und die Ehrenamtlichen müssten informiert werden.

Das Land wolle keine kleinen Standorte, die provisorische Lösung mit den drei Hallen in Mengeringhausen und etwa 250 Plätzen sei dem Land zu klein gewesen, gefordert seien in solchen Einrichtungen mindestens 500 Plätze. „Wir sehen das nach unseren Erfahrungen anders“, gab der Rathauschef zu bedenken.

Das Land entscheide, an welchen Standorten Flüchtlinge untergebracht, wo die räumlichen Kapazitäten zunächst nur vorgehalten oder wo die Erstaufnahmeeinrichtungen geschlossen würden. Rückblickend erklärte der Bürgermeister, der Kreis hätte von Anfang an mehr unternehmen müssen.

In der Stadthalle , der Sporthalle und der Schulturnhalle in Mengeringhausen, die vor einigen Wochen geräumt wurden, seien nur kleinere Renovierungsarbeiten notwendig. Inzwischen 50 Jahre alte sanitäre Anlagen sollten in diesem Jahr ersetzt werden.

 „Wir haben eine humanitäre Verpflichtung für Menschen, die um ihr Leben bangen“, sagte Bürgermeister van der Horst. Es sei aber fraglich, ob Menschen aus den Balkanstaaten oder Nordafrika, die sich ein besseres Leben erhofften, aufgenommen werden müssten. Enttäuschend sei es, wie andere europäische Länder mit dem Thema Flüchtlinge umgingen. 8ah)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare