FWG-Kreistagsfraktion informiert sich über Baufortschritt am Schloss Rhoden

Wende vom Abbruch zum Aufbau

Die FWG-Kreistagsfraktion mit Kreisvorsitzendem Uwe Steuber und Fraktionsvorsitzendem Heinrich Hofmann besuchte die Schlossbaustelle in Rhoden. Rolf Kaufmann (l.) von der Waldeckischen Domanialverwaltung und Architekt Arno Puy erläuterten die Pläne. Fotos: Elmar Schulten

Diemelstadt-Rhoden - Einst mit sechs Millionen Euro Sanierungsbedarf gestartet, aktuell mit 7,6 Millionen Euro im Haushalt aber alles deutet darauf hin, dass es am Ende 8,73 Millionen Euro werden. Die alten Mauern von Schloss Rhoden hatten so manche statisiche Überraschung parat.

Beim Besuch der FWG-Kreistagsfraktion erläuterten der Leitende Verwaltungsdirektor der Waldecksichen Domanialverwaltung, Rolf Kaufmann, den aktuellen Bautenstand und erklärte, nach den vielen Überraschungen kristallisiere sich nun die Zahl 8,73 Millionen Euro als endgültige Summe immer mehr heraus. „Die Wende ist geschafft“, freute sich Architekt Arno Puy. Gemeint sei die Wende vom Abbruch, Entkernen und statischen Sichern des maroden Mauerwerks hin zum Neuaufbau und zur Wiederherstellung gut nutzbarer Räume. Statiker und Zimmerleute hätten meisterliches geleistet beim Abfangen durchgebogener und angefaulter Balken. Mit Stahlankern sei das Mauerwerk gesichert worden. Tragebalken wurden mit Unterbauten aus Stahl abgefangen. Im Endausbau seien helle Wände vorgesehen. Die Deckenstrukturen sollten sichtbar bleiben. Die alten Balken werden gekälkt. Im ersten Bauabschnitt, der vor allem den Westflügel und das Mittelrisalit umfasst, entstehen 890 Quadratmeter Nutzfläche, die ab Frühjahr 2015 der neuen EWF-Tochter mit dem altbekannten Namen VEW zur Verfügung stehen sollen. Ohne diese Mietzusage durch den Korbacher Energieversorger Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) hätte die Domanialkommission niemals den Startschuss für die umfangreiche Sanierung gegeben, machte Rolf Kaufmann deutlich. Der zweite Bauabschnitt, der nun teilweise bereits begonnen wurde, umfasse grundlegende Arbeiten am Ostfügel des Schlosses sowie am südlichen Anbau. Außerdem habe man begonnen, den Parkplatz im hinteren Teil des Schlossparks anzulegen. Weil das Gerüst vorhanden war, wurden dort die Arbeiten an der Ostfassade vorgezogen und auch die alten Fenster dort werden schon aufgearbeitet. Die rund 460 Quadratmeter Nutz- und Funktionsfläche im Ostflügel sowie die 230 Quadratmeter Verkehrsfläche sollen zunächst nur rohbaumäßig ausgebaut werden. Der Endausbau solle nach dem Willen der Domanialkommission erst erfolgen, wenn geeignete Mieter für mindestens die Hälfte dieser Flächen gefunden seien. Dann könne man auch besser auf deren Wünsche eingehen. Überhaupt nicht verändert werden der Gewölbekeller und die urige Schlossküche im Kellergeschoss. Dafür gibt es weder Geld noch geeignete Nutzer, machte Kaufmann auf nachfrage der FWG-Kreistagsmitglieder deutlich. Auch ein Ausbau des Dachgeschosses ist nicht vorgesehen. Die dort bei einem Ausbau entstehende Brandlast erfordere deutlich zu teure Sicherungsmaßnahmen. Im übrigen würden die Flächen definitiv nicht benötigt.

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