Wilfried Heidel gibt Vorsitz bei Verband der Jagdrechtsinhaber ab

Zu wenige Jäger in Waldeck

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Ehrungen beim Verband der Jagdrechtsinhaber Waldeck, v. l.: Geschäftsführer Dr. Christof Nüsse, Paul Haitsch, Wilhelm Hoppe, Johannes Römer, Landesgeschäftsführer Björn Schöbel, Kreisvorsitzender Wilfried Heidel. Foto: Armin Haß

Twistetal-Mühlhausen - Überraschend hat der Vorsitzende des Verbands der Jagdrechtsinhaber und Eigenjagdbesitzer im Altkreis Waldeck, Wilfried Heidel, bei der Jahreshauptversammlung sein Amt niedergelegt.

Der seit Jahren amtierende Vorsitzende erklärte in der Gaststätte Kiepe in Mühlhausen, er müsse seinen Posten aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. In seinem Abschiedswort machte er deutlich, wie sehr ihm der Verband nach wie vor am Herzen liegt: Er wünsche sich mehr Nachwuchs für die Jägerschaft und dass der Bauernverband die Jagdgenossen als gleichwertig betrachte.

Gerichtsverfahren

Weiteres Ungemach droht, wenn der Europäische Gerichtshof zugunsten der Jagdgenossen entscheidet, die sich gegen eine obligatorische Mitgliedschaft wehren und auch ihre Grundstücke zu jagdfreien Zonen erklären würden. Bisher müssen sie Jagden auf ihren Flächen dulden. Geschäftsführer des Landesverbands, Björn Schöbel, wies darauf hin, dass das Thema „Pflichtmitgliedschaft“ noch in der Schwebe sei. Laut Heidel würde sich bei einer Entscheidung für die Eigentümer, die sich befreien lassen wollen, ein „Flickenteppich“ von jagdbaren Flächen und solchen, auf denen keine Jagd stattfinden dürfe, bilden. Das wiederum wirke sich negativ auf die Verpachtung von Flächen aus.

Widerspruch gegen die Ausübung des Jagdrechts auf Flächen im Kreisgebiet rührt sich jedoch momentan nicht. Und Thomas Vornweg vom Kreis Waldeck-Frankenberg berichtet, dass bis auf ein Revier alle im Land an Eder und Diemel verpachtet sind. Gleichwohl gibt es zu wenige Jäger, beklagt Heidel.

Mehr Wild

Das Schwarzwildaufkommen nimmt nach Auskunft von Heidel zu, und durch das Verbot der Jagd auf 70 Prozent der Fläche im Nationalpark Kellerwald-Edersee geb es im Umfeld mehr Hochwild.

Über die Problematik der Wildschäden für die Jagdgenossen berichtete Rechtsanwalt Ullrich Goetjes aus Spangenberg. Der Wert der Reviere vermindere sich durch den Ausbau erneuerbarer Energien (Windkraftanlagen, Verkehrswege, Wildschäden, Freizeitverhalten, Wegfall der Rotwild-Jagd und Tätigkeiten in land- und Forstwirtschaft. Goetjes differenzierte zwischen erlaubten konkurrierenden Nutzungen und Beeinträchtigungen, die zu einer Senkung des Pachtzinses oder einer außerordentlichen Kündigung führen könnten: Maisanbau oder Wandern auf den ausgewiesenen Wegen gehören nicht dazu. Allerdings könnten laufende Feten an einer Grillhütte im Wald, ausbleibendes Rotwild trotz vertraglicher Zusicherung oder Bauarbeiten, die bei Vertragsabschluss nicht bekannt waren, zu Minderungen führen. Allerdings besteht auch ein Anspruch auf Unterlassung oder auf Schadenersatz gegenüber Störern, die die Nutzung des Jagdbezirks beeinträchtigen.

Ehrungen

Der Verband der Jagdrechtsinhaber ehrte langjährige Mitglieder in der Generalversammlung. Johannes Römer aus Königshagen ist seit 1986 Jagdvorsteher und war 13 Jahre Beisitzer im Kreisverband Waldeck. Seit 27 Jahren gehört Wilhelm Hoppe, Schmillinghausen, dem Vorstand der Jagdgenossenschaft an, seit 2007 ist er Jagdvorsteher. Seit 42 Jahren ist Paul Haitsch in Lütersheim Schriftführer der Jagdgenossenschaft.

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