Praxiserfahrung an der Bad Arolser Krankenpflegeschule

Was passiert, wenn Arolser Krankenpflegeschüler die Station übernehmen?

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Krankenpflegeschüler übernehmen das Kommando auf der Station: Patientin Marianna Piezyk (3. von rechts) bedankt sich stellvertretend für viele Patienten für eine umfassende und professionelle pflegerische Betreuung bei den Oberkursschülern und ihren Praxisanleitern, (hinten von links) Heinrich Kramer, Christian Ranft, Bärbel von Hagen, Anastasia Librecht, Sabine Rauch, Hannah Bieker (mittig sitzend) Petra Weber, Denise Paulus (vorne von links) Sheila Altmann, Hanna Stöcker, Patrizia Olinewitsch, Max Bunse. 

Bad Arolsen. Eine ungewöhnliche Vorstellung ist es schon, dass Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege eine ganze Station für zwei Wochen in Eigenregie führen sollen. Doch das Ergebnis des Projektes „Schülerstation“ am Krankenhaus Bad Arolsen kann sich sehen lassen.

Ein Team von 15 Auszubildenden des Oberkurses übernahm die Verantwortung für die Patientinnen und Patienten der inneren Station IO im Krankenhaus an der Großen Allee. Zur intensiven Vorbereitung gehörte es zunächst, ein Leitungsteam zu wählen (Stationsleitung Pascal Otte, stellvertretende Stationsleitung Hannah Bieker) und im Team einen Dienstplan aufzustellen, denn es galt immerhin den Früh- und Spätdienst sowie die Wochenenden abzudecken. Mit dieser Planung konnten in jeder Schicht zwei Schülerinnen von einem Mitglied des Praxisanleiterteams betreut werden.

Die enge Betreuung seitens der Praxisanleiter und Pflegekräfte war vor allem in der ersten Woche für eine gute Einarbeitung notwendig. Denn für drei Schülerinnen waren die Abläufe und Strukturen im Krankenhaus Bad Arolsen ganz neu, da sie Auszubildende der Kreisklinik Wolfhagen sind.

Gestärkt konnte die Auszubildendengruppe auch die zweite Projektwoche meistern. Dabei mussten sich die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger den alltäglichen Anforderungen wie plötzliche Krankheitsfälle im Team, spontane Patientenaufnahmen, hohes Arbeitsaufkommen, Kooperation mit anderen Berufsgruppen, Betreuung von Patienten mit einem instabilem Allgemeinzustand, einer gut gemeisterten Notfallsituation und einer hohen Anzahl an isolierten Patienten stellen, wobei die Schülerinnen und Schüler so manches Mal an ihre Grenzen stießen.

Das Projekt „Schülerstation“ ist nur möglich durch die routinierte Vorbereitung der Schule und der Stationsleitungen sowie der guten Information und Akzeptanz aller Fachbereiche des Krankenhauses.

Durch die Übernahme aller pflegerischen Aufgaben, das ihnen entgegengebrachte Vertrauen sowie den Freiraum zur Selbstentwicklung konnten die jungen Erwachsenen über sich hinauswachsen.

Mit dem Fazit „Ich kann mehr, als ich dachte…“ gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Schülerprojekt und können mit Zuversicht das anstehende Examen zum Gesundheits- und Krankenpfleger angehen.

Am letzten Tag der Projektwochen wurden die Erfahrungen ausgewertet, um neue Impulse für die nächsten „Schülerstationen“ mitnehmen zu können, denn in einem sind sich alle Beteiligten einig: Dieses Projekt muss wiederholt werden, um auch anderen Auszubildenden die Möglichkeit dieser einzigartigen Erfahrung zu geben. 

Übrigens: Es gibt noch freie Ausbildungsplätze zum 1. Oktober 2018 an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Bad Arolsen für die Krankenhäuser Bad Arolsen und Wolfhagen. Kontakt: Barbara Streitbürger, 05691 800-387, E-Mail: barbara.streitbuerger@gnh.net (r)

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