Landkreis setzt auf offene Fenstern

Wer zahlt die Luftfilter in den Arolser Schulen?

Ein Luftreinigungsgerät steht in einem Klassenraum einer Grundschule.
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Ein Luftreinigungsgerät steht in einem Klassenraum einer Grundschule. So oder so ähnlich sieht es auch an der Christian-Rauch-Schule aus. Die dazu nötigen Austauschfilter werden von Eltern finanziert.

Ein Spendenaufruf des Elternbeirats der Christian-Rauch-Schule hat bei manchen Eltern Kopfschütteln ausgelöst: Weil der Landkreis kein Geld für den Austausch von Luftfiltern zur Verfügung stellt, sollen nun die Eltern die nötigen Mittel aufbringen.

Bad Arolsen - Tatsächlich hat der Landkreis zum Schutz der Schüler vor Corona-Viren in der Atemluft Luftreiniger angeschafft. 34 Stück davon wurden der Christian-Rauch-Schule für ihre Klassenräume zur Verfügung gestellt.

In dem Spendenaufruf des Schulelternbeirats vom 6. Oktober wurde argumentiert, dass diese Luftreiniger aktuell nicht einsatzfähig seien, weil die nötigen Austauschfilter fehlten.

„Eltern haben in ausreichender Zahl gespendet.“

Diese Filter müssten regelmäßig ausgetauscht werden, damit die Luftreinigungsgeräte ihre Wirkung entfalten könnten. Ein Ersatzfilter kostet rund 50 Euro. Dieses Geld stellt der Landkreis als Schulträger aber nicht zur Verfügung.

„Die Eltern haben in ausreichender Zahl gespendet“, berichtet Schulleiter Markus Wagener auf WLZ-Anfrage. Der Förderverein sei bereit, die noch bestehende Lücke zu füllen. Der Spendenaufruf sei sehr hilfreich gewesen, sagt Wagener: „Wir brauchen jetzt eine Lösung.“

Decken werden verteilt

Hilfreich seien auch die Spenden von Decken im vergangenen Jahr gewesen. Auf diese Weise könnten die Klassenräume auch über längere Zeit gelüftet werden. Die Decken vom letzten Winter seien noch vorhanden und würden jetzt wieder genutzt.

Der für die Ausstattung der Schulen zuständige Dezernent beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese erklärte dazu gestern im Redaktionsgespräch: „Wir haben in Waldeck-Frankenberg von anfang auf das Lüften der Klassenräume gesetzt. Professionelle Lüftungsgeräte der Firma Viessmann wurden von uns nur für besonders große Schulräume angeschafft.“

Geräte wurden nicht vom Landkreis angeschafft

Wenn einzelne Schulen wie die Christian-Rauch-Schule nun über 34 Luftfilter verfügten, so seien diese nicht offiziell vom Schulträger angeschafft worden. Frese: „Möglich, dass die Schule dazu das Geld aus ihrem Verfügungsbudget verwendet hat, das eigentlich für Verbrauchsmaterial bestimmt ist. Es gab ja auch Landesmittel für Corona-Sofortmaßnahmen.“

Jedenfalls seien keine Ausstattungsmittel des Landkreises Waldeck-Frankenberg als Schulträger verwendet worden. Deshalb müsse sich der Schulträger nun auch nicht um die Beschaffung der Austauschfilter kümmern.

Kreisspitze: „Lüften istsit das A und O“

Frese bekräftigt: „Wir setzen nach wie vor auf regelmäßiges Stoßlüften der Räume. Das ist auch nach den Vorgaben des Landes Hessen und den Ausführungen des Umweltbundesamtes das A und O. Dieser Ansatz wurde durch eine Studie der THM Gießen zur Wirksamkeit der Aerosolelimination durch Stoßlüftung in Klassen wissenschaftlich untersucht und bestätigt. Schlecht arbeitende Luftfilter wiegen die Nutzer in falscher Sicherheit.“ (Elmar Schulten)

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