Podiumsdiskussion an der Christian-Rauch-Schule

Wertschätzung macht zufrieden

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Luca Deutschländer und Louis Schwarze (links im Bild im Vordergrund) moderierten eine Diskussion an der CRS zum Thema Glück und Zufriedenheit bei Jugendlichen. Foto: Selina Dicke

Bad Arolsen - Die deutsche Jugend wird trotz des steigenden Wohlstands immer unzufriedener. Das ist das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Studie des Kinderhilfswerks UNICEF. Für Louis Schwarze, Abiturient der Christian-Rauch-Schule, wirkt dies alarmierend.

Erörtert werden sollte in einer Podiumsdiskussion an der CRS die Frage, woher die Diskrepanz zwischen dem steigenden materiellen Wohlstand der Jugendlichen und ihrem persönlichen Wohlbefinden kommt. Deshalb lud Schwarze zusammen mit Mitabiturient Luca Deutschländer zu einer Podiumsdiskussion in die Schule ein. In der zahlreich besuchten Veranstaltung diskutierten stellvertretend für die Lehrer Tina Römer, Andreas Erdmann und Dennis Pritsch. Als Kommunalpolitiker sprach der Vorsitzende der Jugendkommission in Bad Arolsen, Udo Jost. Für die Schüler trat SV-Mitglied Elsa Abel in den Ring, und Marianne Blume vertrat den Schulelternbeirat.

Mit medialer Unterstützung visualisierten Schwarze und Deutschländer die Ergebnisse der UNICEF-Studie. Elsa Abel betonte, dass für die Zufriedenheit der Jugendlichen ihr soziales Umfeld eine entscheidende Rolle spiele. Lehrer Dennis Pritsch appellierte an das Publikum, nicht die Ursachen für das Unglück zu suchen, sondern Lösungsansätze für zukünftige Studien und Generationen zu bieten. Denn für ihn sei es beispielsweise bei der Kurswahl erschreckend, dass immer mehr Oberstufenschüler der CRS statt Profilkurse zu wählen, die ihnen Spaß machten, sich für Kompensationskurse entschieden, um Defizite in verschiedenen Fächern auszugleichen. Dies sei früher anders gewesen.

Für den Abiturienten Leonard Dravoj ist die ständige Reizüberflutung Jugendlicher durch soziale Netzwerke ein Grund für Unzufriedenheit. Der Mensch habe eine „Glücksangst“, denn er sei als Strebender, wie Goethes Faust, nie vollkommen glücklich und zufrieden.

Nach Meinung von Stadtrat Udo Jost, zugleich Vorsitzender der Jugendkommission, haben Jugendliche keine gute Lobby. Den richtigen Rückhalt sollten jedoch gute Pädagogen bieten können, so Lehrer Andreas Erdmann. Oberstufenschüler Alexander Leis erklärte, die Schule sei das Zentrum des Leistungsdrucks. Denn ein gutes Abitur sei eine Grundvoraussetzung in der heutigen Gesellschaft.

Louis Schwarze stellte die Abschlussfrage nach Lösungsansätzen zur Verbesserung der Wertschätzung der Jugendlichen.

Oberstufenkoordinator Hans-Joachim Orawetz stellte fest, dass Zufriedenheit aus persönlicher Wertschätzung und Anerkennung resultiere. Diese bekämen auch Schüler, wie etwa Luca Deutschländer und Louis Schwarze, wenn sie die Verantwortung für eine Veranstaltung wie diese Podiumsdiskussion übernehmen. (sd)

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