Ortsumgehung Wetterburg wieder auf der Tagesordnung

Wetterburger Landwirte: Landverbrauch unverhältnismäßig groß, Entlastungswirkung sehr gering

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Ortsumgehung Wetterburg: Die Wetterburger Landwirtsfamilien stehen auf einem Stoppelfeld der Familie Otto vor dem Hof der Familie Meier. Hier soll die Ortsumgehung Wetterburg verlaufen.  

Bad Arolsen-Wetterburg. Nach der Sommerpause müssen die Stadtverordneten über die Ortsumgehung Wetterburg entscheiden. Deshalb machen die Wetterburger Landwirte in einer gemeinsamen Presseerklärung auf ihre Bedenken aufmerksam.

Den Bau der nun zur Abstimmung stehenden Teillösung halten die Landwirte für unverhältnismäßig. Gemeinsam fordern Sie die Stadtverordneten auf, die Belange von Landwirtschaft, Natur und Heimat sowie die Verhältnismäßigkeit des gesamten Vorhabens zu überdenken. Es müsse nach Alternativen gesucht werden.

Hintergrund für die Abstimmung ist, dass die ursprünglich von Bürgermeister Jürgen van der Horst vorangetriebene Variante einer Ortsumgehung in Kombination mit der Verlegung der Kreisstraße 7 (Am Wiggenberg) durch das Arolser Holz und nahe des Remmeker Feldes aus diversen Gründen nicht realisierbar ist.

Die Stadt Bad Arolsen und Hessen Mobil hatten die Wetterburger darüber im Frühjahr informiert. Diese nun verworfene Gesamtlösung hätte den Ort tatsächlich weitgehend vom Durchgangsverkehr entlastet. Jetzt müssten die Stadtverordneten über eine „Teillösung“ abstimmen, deren Vorteile nach Ansicht der Wetterburger Landwirte äußerst fragwürdig sind. Insbesondere der laute und abgasstarke Lastwagenverkehr werde mit dieser halben Lösung nicht aus dem Ort herausgebracht, geben die Landwirte zu Bedenken.

Die Belastung müssten ein weiteres Mal die Landwirte. Von Mitte der 1960er bis 70er Jahre seien die Betriebe aus dem Ort ausgesiedelt, hätten neue Existenzen aufgebaut.. Das habe den Ausbau der Wetterburger Ortsdurchfahrt ermöglicht. Durch den Bau des Twistesees, des Golfplatzes, durch Ausweisung verschiedener Baugebiete sei der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten erheblicher Flächenverlust zugemutet worden. 

Alle Landwirte aus Wetterburg seien daher darauf angewiesen, in anderen Ortschaften Flächen zu bewirtschaften. Besonders betroffen von einer Ortsumgehung wären die wertvollen Hofanschlussflächen, die insbesondere für den Milchviehbetrieb der Brüder Meier wichtig sind, um auch künftig alle Tier- sowie Umweltschutzrichtlinien zu erfüllen. „Es ist für uns einfach ein Punkt erreicht, an dem wir nicht weiter mitspielen“, sagt Bernd Meier.

Entscheidet sich die Stadtverordnetenversammlung für einen Bau der Umgehungsstraße, wollen die Wetterburger Landwirte alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um diese „nicht bis ans Ende gedachte Lösung“ zu verhindern.

Die zu erwartenden Einschnitte für Landwirtschaft, Natur und Heimat stünden in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem erwarteten Nutzen.

Gerade vor dem Hintergrund der derzeitigen Debatte um CO²-Emissionen und den Klimawandel passe die Forderung nach dem Neubau einer Umgehungstraße und der weiteren Verdrängung der Landwirtschaft nicht ins Bild. Die Landwirte fordern die Stadtverordneten daher auf, noch einmal über Alternativen nachzudenken.

Auch der Ortsbeirat tat sich schwer, zu einer Beschlussempfehlung zu finden.

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