Schnell und richtig reagiert

Seniorin in Bad Arolsen trotzt einem fiesen Trick mit Schockanruf

Mutti, bist du’s? Mit weinerlicher Stimme lässt sich schnell Vertrautheit schaffen. eine guter Einstieg für den Enkeltrick.
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Mutti, bist du’s? Mit weinerlicher Stimme lässt sich schnell Vertrautheit schaffen. eine guter Einstieg für den Enkeltrick.

Einer fiesen Enkeltrick-Masche durch einen Schockanruf widerstand eine Seniorin in Bad Arolsen und warnt.

Bad Arolsen – Eine 84-jährige Seniorin aus Bad Arolsen wäre am Donnerstag beinah Opfer eines Schockanrufes geworden. Mit einer Horrorgeschichte versuchten die Telefonbetrüger, die alte Dame zur Herausgabe ihrer Ersparnisse zu bewegen. Doch der 84-jährigen fielen im Laufe des Gespräches immer mehr Ungereimtheiten auf, sodass sie den Anrufern am Ende nicht auf dem Leim ging.

So reagierte die Seniorin

Sie informierte zuerst ihre Tochter und dann die Polizei von ihren Erlebnissen. Ihr Gespräch mit der WLZ-Redaktion soll dazu beitragen, dass auch andere Senioren misstrauisch reagieren, wenn ihnen Ähnliches widerfährt.

Was war also geschehen: Die alte Dame wurde angerufen und hörte am anderen Ende der Leitung die weinerliche Stimme einer Frau, die schluchzend erzählte: „Mutti, ich habe einen Unfall gebaut und eine Frau totgefahren. Ich sitze hier bei der Polizei, ich gebe dir mal einen Beamten.“

Erstmal alarmiert

Die Stimme war verstellt, klang aber ein wenig wie die Tochter der Seniorin. Deshalb war die 84-Jährige sofort alarmiert. Und als der vermeintliche Polizeibeamte erzählte, ihre Tochter habe die Mutter von vier Kindern auf dem Zebrastreifen überfahren, war die Seniorin bereit, alles zu tun, um zu helfen: Der Tochter drohten sechs Jahre Haft.

Die Angehörigen seien aber bereit, auf eine Anzeige zu verzichten, wenn sofort 77 000 Euro für die Beerdigungskosten und den Kinderunterhalt aufgebracht würden, lautete die hanebüchene Geschichte der Betrüger.

Frau schockiert

Natürlich sei ihr das alles sehr unglaubwürdig vorgekommen, erzählt die Seniorin im WLZ-Gespräch. In dem Moment aber sei sie so aufgewühlt gewesen, dass sie vieles einfach für bare Münze genommen habe. Tatsächlich habe der angebliche Polizeibeamte wissen wollen, wie viel Geld sie denn im Hause habe.

Notfalls könne man die Familie des Unfallopfers auch mit Goldschmuck oder Münzen zufrieden stellen.

Übergabe von Geld anvisiert

Man einigte sich darauf, am Abend noch einmal zurückzurufen, um die Übergabe zu vereinbaren. Der Anruf kam aber nicht. Und das ist schade, denn sonst hätte die Polizei die Gelegenheit gehabt, den Betrügern eine Falle zu stellen.

Die 84-Jährige erzählt, dass sie in den vergangenen Jahren schon mehrfach betrügerische Anrufe erhalten habe. Keine Geschichte, die ihr dabei aufgetischt wurde, habe sie aber so aufgewühlt wie die vom Unfall, der einer jungen Mutter das Leben gekostet habe. Dieses schreckliche Bild vor Augen habe sie beinah ihre Vorsicht vergessen lassen. Doch zum Glück ist nichts passiert.

Das ist die Empfehlung

So bleibt die allgemeine Warnung der Polizei, bei solchen Schockanrufen am besten gleich aufzulegen und die echte Polizei unter 110 zu informieren. (Elmar Schulten)

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