Bad Arolser pflanzt auf seiner Waldwiese zehn Wildapfel-Stämmchen

Wildapfel-Genpool bewahren

Zum Schutz vor Verbiss durch Wildtiere und Pferde hat Dietmar Maindorfer die frisch gepflanzten Wildapfel Stämmchen mit Gittern geschützt. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Der europäische Wildapfel ist in seiner Existenz bedroht. Deshalb wurde die seltene Art zum Baum des Jahres 2013 gekürt.

Dietmar Maindorfer hat sich von der Notwendigkeit einer deutschlandweiten Rettungsaktion überzeugen lassen und auf seiner rund fünf Hektar großen Waldwiese nicht weit vom Weißen Stein in Mengeringhausen zehn Wildapfel-Stämmchen gepflanzt.

Forstwissenschaftler der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Hann. Münden haben ein Rettungspaket geschnürt, um den Genpool der Wildäpfel auch für kommende Generationen zu erhalten.

Wissenschaftlich fundiert

In einer Veröffentlichung der Forschungsanstalt heißt es dazu: Der europäische Wildapfel (malus sylvestris), auch Holz- oder Waldapfel genannt, ist die einzige natürlich in Mitteleuropa vorkommende Apfelart. Von den 45 Arten der Gattung Malus sind bis auf vier alle anderen in Asien beheimatet.

Vor allem die Umwandlung lichter Auwälder in Ackerland und das Vordringen der Rotbuche führten zum Verlust des natürlichen Lebensraums. Nur wenige Exemplare überlebten in den Auwaldresten entlang der großen Flüsse.

Malus sylvestris ist sehr lichtbedürftig und mag warme, nährstoffreiche, ausreichend mit Wasser versorgte Standorte. Deshalb ist der Bachlauf durch die Waldwiese am Weißen Stein wahrscheinlich ideal für die kleinen Stämmchen.

Dietmar Maindorfer hat sie direkt von der Forstlichen Versuchsanstalt erhalten und sagt: „Das ist mein Beitrag zum Erhalt dieser seltenen Baumart.“ Zum Schutz vor Verbiss der kleinen Pflanzentriebe im kommenden Frühjahr durch Wildtiere und Pferde hat Maindorfer kleine Gitterzäune um jedes Stämmchen gebaut.

Aus Asien importiert

Auf den ersten Blick erinnert Malus sylvestris eher an Weißdorn oder einen Pflaumenbaum. Im Gegensatz zu früheren Vermutungen war der mitteleuropäische Wildapfel bei der Entstehung der mo-dernen Kulturapfelsorten nur wenig beteiligt. Nach neuesten Forschungen stammen diese überwiegend von Malus sieversii, dem Altai-Apfel, ab. Diese Art wächst in dichten Laubwäldern Zentralasiens, unter anderem in Kasachstan, in der Nähe von Alma-Ata.

Vermutlich über die Seidenstraße gelangte der Altai-Apfel vor über 2000 Jahren zum östlichen Mittelmeer und durch die Römer auch nach Mittel-europa, heißt es in der Veröffentlichung der Forschungsanstalt abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare