Bürgermeister legt erste Bilanz vor

Windkraft auf städtische Rechnung: Starke Anlage, aber noch Verluste

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Noch immer rote Zahlen: Die von der Stadt Bad Arolsen betriebene Windkraftanlage im Stadtwald Mengeringhausen warf auch im zweiten Jahr noch keine Gewinne ab.  

Bad Arolsen Mengeringhausen. Die Erträge aus der städtischen Windkraftanlage im Stadtwald Mengeringhausen bringen immer noch keinen Gewinn. Auch im vergangenen Jahr ergab sich unterm Strich ein Verlust, berichtete Bürgermeister Jürgen van der Horst.

Bei der vergangenen Ausschusssitzung hatte er noch hoffnungsvoll ein Plus für 2018 in Aussicht gestellt. Doch die kürzlich vorgelegte Abrechnung schließe mit einem Minus von 7500 Euro ab, berichtete er in der Stadtverordnetensitzung.

Die Stadtverordneten nahmen den Jahresabschluss der vor zwei Jahren erworbenen Windkraftanlage mit einer Leistung von 2,4 MW für 2017 zur Kenntnis: Das Geschäftsjahr schließt mit einem Verlust von 172 000 Euro ab. Dabei schlagen die anfänglichen Mehraufwendungen nach dem Kauf zu Buche.

Die Stadt hat eine der sechs Anlagen der wpd Deutsche Windpark GmbH gekauft. Die städtische Bad Arolser Wind-Gesellschaft bekommt ein Sechstel der Vergütung. Die Anlage sei die ertragsstärkste im Windpark, sagte der Bürgermeister. Doch aufgrund des Verteilungsschlüssels bringe dies der Stadt keinen Vorteil.

Nach Auskunft von wpd seien die Erträge 2017 im allgemeinen Bundesdurchschnitt schlecht gewesen und 2018 noch schlechter. Das Ergebnis des ersten Quartals dieses Jahres weise eine Steigerung aus, laut wpd sei das Resultat gegenwärtig ein Drittel über dem Schnitt.

„Warum stehen immer wieder die Räder still?“, brachte der Stadtverordnete Dr. Ulrich von Nathusius (Bündnis 90/Die Grünen) eine oft gestellte Frage vor.

Dass die Rotoren nicht durchlaufen, hat nach Auskunft des Rathauschefs mehrere Gründe: Zum einen müssen die Anlagen aufgrund der mit der Genehmigung verbundenen Auflagen zu bestimmten Zeiten heruntergefahren werden. Zum anderen hätten Sensoren fehlerhafte Meldungen an die Maschinen gegeben. Doch der Einsatz eines Technikers zur Reparatur sei durch das stürmische Wetter verhindert worden, berichtete van der Horst.

Das planmäßige Herunterfahren der Anlagen sei bei der Bewirtschaftung eingerechnet worden. Eine Vergütung werde für diesen Einnahmeausfall nicht gezahlt. Anders sei dies, wenn aufgrund der Netzbelastung Stromversorger eine Abschaltung erwirkten. Doch die gebe es in diesem Gebiet nicht.

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