Informationsabend

Bau der Windkraftanlagen im Fürstlichen Wald bei Helsen für 2023 erwartet

Über den Planungsstand für die fünf Windkraftanlagen im fürstlichen Forst informierten Ekkehard Darge, Projektleiter des Unternehmens wpd, und der Geschäftsführer der Fürstlich Waldeckschen Hauptverwaltung, Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont. Ab 2023 könnte mit dem Bau begonnen werden.
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Über den Planungsstand für die fünf Windkraftanlagen im fürstlichen Forst informierten Ekkehard Darge, Projektleiter des Unternehmens wpd, und der Geschäftsführer der Fürstlich Waldeckschen Hauptverwaltung, Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont. Ab 2023 könnte mit dem Bau begonnen werden.

Fünf etwa 241 Meter hohe Windkraftanlagen plant das Unternehmen wpd im fürstlichen Wald zwischen Helsen und Schmillinghausen.

Bad Arolsen – Im Bürgerhaus wurde über den Stand der Planungen informiert. Das Projekt zieht sich seit 2012 hin. Die Fürstlich Waldecksche Hauptverwaltung hatte wpd nach einem Auswahlverfahren den Zuschlag für das Projekt gegeben, das von Anfang an zusätzliche Einnahmen neben dem Forstbetrieb bescheren soll. 2023 könnte mit dem Bau begonnen werden, wie Ekkehard Darge, Projektleiter bei wpd, in Bad Arolsen erklärte.

Anzahl reduziert

Inzwischen sind die Planungen durch verschiedene gravierende Einwände von 20 auf fünf Anlagen mit einer gesamten Nennleistung von 21 MW reduziert worden.

2018 waren noch elf Anlagen in der Planung, nachdem verschärfte Regelungen zum Schallschutz und zum Naturschutz angewendet werden mussten. Seit 2019 enthält ein abermals überarbeitete Antrag noch fünf Windmühlen. Die Bundeswehr beansprucht einen Tiefflugkorridor für die vom Heeresfliegerregiment in Fritzlar eingesetzten Kampfhubschrauber.

Alternativen gefragt

Der Baubeginn sei nun in Sicht, sagte Ekkehard Darge bei einer Messe mit 50 Besuchern. Schließlich müssten mit dem Ende der Laufzeiten der letzten Atomkraftwerke Alternativen für die Stromerzeugung geschaffen werden.

Mit den fünf Windrädern könne Elektrizität für 20 000 Drei-Personen-Haushalte produziert werden. Die wps werde als freiwillige Kommunalabgabe 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom zahlen, mithin rund 100 000 Euro jährlich an die Stadt Bad Arolsen überweisen. Die Auswirkungen des Klimawandels seien schon am Wald sichtbar, durch Windkraftnutzung werde der Austoß von CO2 reduziert.

Deswegen ist das Projekt wichtig

Für die Fürstliche Hauptverwaltung sei das Projekt nach den Stürmen Dürren immer wichtiger, sagte Geschäftsführer Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont. So seien von den 3500 Hektar Wald 500 Hektar vernichtet worden, für die Wiederaufforstung würden daher die Einnahmen aus Pachten benötigt.

Für die Entnahme von Bäumen auf einer Fläche von fünf Hektar für die Windräder werden Aufforstungen und Ausgleichsmaßnahmen engeplant, darunter auch Verbesserungen im Bereich von Gewässern, die sich unter anderem durch den Pessinghäuser Grund ziehen.

Überraschende Erkenntnisse

In den vergangenen Jahren ist in mehreren Langzeitstudien das Vorhandensein von geschützten Tierarten unter die Lupe genommen, aber auch aus Sicht der Bodendenkmalpflege gab es Untersuchungen.

Airborne-Scans wurden beim Überflug des Geländes hergestellt. Durch das besondere bildgebende Verfahren konnten Strukturen der Oberfläche sichtbar gemacht werden, die mit bloßem Auge nicht einfach zu erkennen sind. Dabei wurde deutlich, dass vor Jahrhunderten auf terrassenförmig angelegten Ackerflächen Landwirtschaft betrieben wurde.

Das wurde noch gefunden

Zudem wurden Spuren von 50 Hügelgräbern gefunden. Die Existenz solcher frühen Grabstätten ist schon länger, die Anzahl konnte aber nicht beziffert werden.

Erster Stadtrat Udo Jost bekräftigte die Unterstützung der Stadt für die Errichtung von Windkraftanlagen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken: „Wir haben keine Zeit mehr, es ist schon nach zwölf!“ Daher sei auch noch mehr Flexibilität auf Ebene der Verwaltungen und der Gesetzgebung erforderlich. „Manche Gemeinden machen sich hier einen schlanken Fuß und warten ab, was andere Kommunen tun“, stellte Jost kritisch fest.

Verkauf an tschechischen Konzern

Jost erinnerte an die bereits 2009 geknüpften Kontakte zwischen der Stadt Bad Arolsen und wpd, als es um den Bau des Windparks im Stadtwald Mengeringhausen ging. Bekanntlich sind von dem guten Dutzung vorgesehenen Anlagen sechs Windmühlen verwirklicht worden, davon hat eine die Stadt erworben. Die Einnahmen aus dem Stromverkauf kommen der Großgemeinde zugute.

Ein weiterer Ausbau werde abgewartet, sagte Darge auf Nachfrage der WLZ. Die wpd hat ihre Anlagen zwischenzeitlich an den tschechische Energieversorger CEZ verkauft, der in Deutschland ein Tochterunternehmen gründete und zu den zehn größten Energieunternehmen Europas zählt. (Armin Haß)

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