Ausstellung geplant

Woher bezieht Arolser Maler Walerij Bastron seine Ideen?

Menschen in natürlicher Umgebung: Walerij Bastron präsentiert seine Arbeiten im Restaurant „Schlossgarten“. Foto: Armin Haß

 Bad Arolsen. Ursprüngliche Landschaften, symbolhaft überhöht, beherrschen die Gemälde von Walerij Bastron.

 Bad Arolsen. Ursprüngliche Landschaften, symbolhaft überhöht, beherrschen die Gemälde von Walerij Bastron.

Ab dem 24. Februar werden sein großflächigen Acrylfarben-Bilder im Restaurant Schlossgarten in Bad Arolsen zu sehen sein.

Was sind das für Symbole?

Wälder, Flüsse, Berge, Täler und Tundragebiete bilden den Hintergrund für seine Gemälde, die zugleich eine Meta-Ebene abbilden oder durchscheinen lassen. Bastron ist bei aller Naturverbundenheit die Symbolik seiner Bilder wichtig: Da sitzt beispielsweise ein Adler auf einem Schwertknauf.

Auf einem anderen Gemälde gleitet ein Rabe aus der Dunkelheit durch ein Fenster zum Kerzenlicht. Das Raben-Bild unter dem Titel „Der lange erwartete Bote“ soll die Suche nach Erkenntnis symbolisieren.

Woher kommen die Anregungen?

Die Themen und den Ausdruck seiner Bilder bezieht Bastron aus der Beschäftigung mit Spiritualität, Philospohie, Sagen und Märchen, aus Erfahrungen und genauer Beobachtung seiner Umwelt.

Schon als Kind habe er gelernt, Dinge und Menschen genau zu betrachten und Fragen dazu zu stellen. In Kasachstan geboren, hat der Russlanddeutsche zunächst ein paar Semester Architektur studiert, 1996 siedelte die Familie nach Deutschland aus.

Inspirationen aus Wanderungen

Bei seinen Wanderungen durch den Kaukasus hat sich Bastron Inspiration aus der Natur geholt, aber auch von Steingebilden, wie sie es in Stonehenge gibt. „Ich bin kein Esoteriker“, sagt Bastron. Jedoch hat er sich auch mit Schamanismus oder Numerologie befasst, auf deren Grundlage etwa Geburtstage gedeutet werden.

Er will die Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt besser verstehen und deuten. Schließlich hängt, so macht Bastron deutlich, vieles miteinander zusammen, lassen sich persönliche Entwicklungen und Schicksale auch aus der Vergangenheit deuten.

Woher kommt der Künstler?

Als Sohn aus einer Familie von zwangsumgesiedelten Wolgadeutschen kam Bastron am 25. Dezember 1977 in Kasachstan zur Welt, einer Region mit vielen Kulturen und Menschen verschiedenster Nationalitäten. Die deutsche und die russische Kultur bezeichnete er für sich als prägend in der Steppenlandschaft, in der die Winter bitter kalt und die Sommer heiß sind. 

Aus einfachen Verhältnissen stammend, waren Bastron und sein Bruder Roman durch die Eltern gefördert worden. Walerij besuchte in den 90-er Jahren ein Geistes wissenschaftliches Lyceum in der Fachrichtung Malerei, Zeichnung und Architekturgeschichte. Rhetorik und Tanzunterricht zählten dazu. 

Ausstellungen und Umsiedlung

In dieser Zeit beteiligte er sich an Kunstausstellungen und Wettbewerben. Den Zusammenbruch der Sowjetunion mit der 70 Jahre prägenden kommunistischen Ideologie schildert Bastron als eine Art Absturz für die Menschen. 

Die Familie Bastron hat einen neuen Lebensmittelpunkt in Deutschland gefunden, der Vater als Schlosser, der Bruder seit zehn Jahren in Bad Arolsen als Masseur. Walerij Bastron hat bei einer auf Fachwerk spezialisierten Firma im Waldecker Land gearbeitet, bevor er ganz zur Malerei wechselte. 

Kunst beim Klettern

Der seit 2004 verheiratete Vater von zwei Töchtern befasst sich mit indogermanischen Sprachen, mit Bedeutung und Herkunft von Wörtern und mit Philosophie. Das alles fließt ein in seine Gemälde. 

2009 begann Bastron seine malerischen Aktivitäten auszudehnen. In der Nähe von Dresden zog der sportliche Maler eine Kletterausrüstung an und bemalte im im Rahmen der Karl-May-Festspiele einen 40 Meter hohen Felsen.

Am 24. Februar wird die Ausstellung im Restaurant Schlossgarten eröffnet. Die Vernissage ist öffentlich und beginnt um 19 Uhr. Der auch im Kampfsport versierte Walerij Bastron und sein nebenberuflich als Yogalehrer tätiger Vater Alexander gestalten den Rahmen.  

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