Wolfhagen

Wolfhagen wird bundesweit als Vorbild für modernes Stromversorgungskonzept gehandelt

- Wolfhagen (-es-). Unter dem Titel „Stadtwerke gegen Stromkonzerne“ berichtet die Zeitschrift „Öko-Test“ in seiner Januar-Ausgabe auf sieben Seiten über das Mammutprojekt, das sich die Stadtwerke Wolfhagen vorgenommen haben.

Schon im Jahr 2015 wollen die Stadtwerke Wolfhagen Selbstversorger sein und ihre Bürger komplett mit Strom aus eigener Windkraft, Solarzellen auf heimischen Dächern und regionalen Biomasse-Kraftwerken versorgen. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat das Wolfhager Stadtparlament 2008 gefasst. Rein rechnerisch benötigt werden fünf moderne Zwei- Megawatt-Anlagen an guten Windstandorten. – und damit ist der Gegenwind auch schon vorprogrammiert, denn auch im Wolfhager Land gibt es nicht nur Freunde der Windkraft. Längst hat sich eine Bürgerinitiative gegen den Windpark gebildet, die Sturm läuft gegen den geplanten Bau von 180 Meter hohen Windkraftanlagen. Dennoch ist Stadtwerkechef Martin Rühl sicher, langfristig auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. Energie aus fossilen Brennstoffen werde seit Jahren immer teurer und sei mit unkalkulierbaren Risiken für die Natur und das Klima verbunden. Deshalb gebe es zu sauberer, regenerierbarer Energie aus natürlichen Quellen wie Sonne und Wind langfristig keine Alternativen. Bereits jetzt vertreiben die Stadtwerke Wolfhagen ausschließlich Strom aus zertifizierter Wasserkraft aus Österreich – und das zu Preisen, die im Wettbewerb bestehen können. Es gibt einige günstigere Anbieter, aber viele teurere. Vertrieben wird dieser Strom über das Leitungsnetz, das die Stadtwerke Wolfhagen vom Stromgiganten E.on zurückgekauft haben. Schon der Rückkauf des Netzes war vor zwei Jahren ein Politikum. Der Bundesgerichtshof wurde eingeschaltet. Aber Wolfhagen und E.on einigten sich außergerichtlich und vereinbarten Stillschweigen über die getroffenen Regelungen. Dem Stromkonzern kam es vor allem darauf an, einen Präzedenzfall zu vermeiden. Den Wolfhagern ist das recht. „Wir haben eine endgültige, einvernehmliche Lösung mit E.on gefunden. Über die Details reden wir nicht“, stellt Martin Rühl vielsagend fest, fügt aber hinzu, dass er durchaus zufrieden sei mit dem Kompromiss.

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