Nachwuchs für Einsatzabteilungen gewinnen

Zehn-Jahres-Plan der Bad Arolser Feuerwehren

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Einsatzübung: Die Feuerwehr Bad Arolsen übt die Öffnung eines Autos mit einem Spreizer.

 Bad Arolsen – Mit Applaus bedachte die starke Abordnung der Freiwilligen Feuerwehren den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Bad Arolsen über den auf weitere zehn Jahre fortgeschriebenen Bedarfs- und Entwicklungsplan für Brandschutz und allgemeine Hilfen.

Millionenbeträge summieren sich in dem 100-Seiten-Werk, das das Team um Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer mit den Wehrführern ausgearbeitet hat. Gebäude, Fahrzeuge, Technik, aber auch die Personalentwicklung bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften sind Themen des Papiers.

Informationen vertieft

Stadtbrandinspektor Meyer hat den Plan jeweils SPD und FWG/OL sowie CDU, Grünen und FDP in mehrstündigen Sitzungen ergänzend erläutert. Grund dafür war die bei der vorvorigen Ausschusssitzung aus der SPD erhobene Forderung, sich zunächst das Werk näher anzuschauen, bevor es beschlossen werde.

Die im nunmehr vierten Bedarfsplan enthaltene Analyse übertreffe die bisherigen, stellte Bürgermeister Jürgen van der Horst fest und dankte Meyer für sein Engagement.

Der Neubau des Feuergerätehauses Schmillinghausen genießt höchste Priorität im Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Foto: Armin Haß

Andere Kommunen würden dafür Fachbüros einsetzen, hier sei eine umfassende strategische Planung ehrenamtlich aufgestellt wurden. Höchste Priorität genieße der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Schmillinghausen, für den der Innenminister wohl im Herbst den Zuschussbescheid des Landes übergebe.

Feuerwehren gut aufgestellt

Die Feuerwehren seien zahlenmäßig und in puncto der Ausbildung gut aufgestellt. Aber es müssten auch bei einer prognostizierten stabilen Bevölkerungsentwicklung neue Wege bei der Gewinnung von Nachwuchs gegangen werden. Für die Einsatzabteilungen müssten „Quereinsteiger“ gewonnen werden, schließlich sei die Zahl der Arbeitskräfte in Bad Arolsen in den letzten Jahren um 1800 gestiegen.

Einmütig lobten die Fraktionssprecher den ehrenamtlichen Einsatz der Wehren. Der Bedarfsplan sei ein mit „viel Arbeit, Herzblut und Fachwissen“ erstelltes „lebendiges Dokument“, sagt Gerd Frese (CDU), dem ohne Abstriche zugestimmt werden könne.

Jugend fördern

Als Anerkennung für Einsatz in den Jugendfeuerwehren sollten Vergünstigungen beim Besuch von Freizeiteinrichtungen gewährt werden. „Die Feuerwehren sind doch für uns da“, sagte Frese.

Die Planung sei weitsichtig, sagte der Fraktionskollege und frühere Braunser Wehrführer Uwe Gottmann. Denn die Erweiterung des Industrieareals im Bioenergiepark durch die Firma Almo werde im Bedarfsplan für Fahrzeuge dargestellt. Über die Kosten nachzudenken sei zu kurz gedacht, weil durch den Einsatz der Feuerwehr Leben gerettet und viel höherer Schaden verhindert werden könne.

Fragen geklärt

Eberhard Eckhardt (SPD) begründete den aus seiner Fraktion geäußerten Wunsch auf ein Vertagen des Beschlusses mit offenen Fragen zu dem Bedarfsplan. Die seien dank des Einsatzes Stadtbrandinspektors geklärt. Weil „eine Panne organisatorischer Art geschehen ist, waren leider nicht alle bei der Präsentation für die Fraktionen anwesend“, erklärte Eckhardt. 

In der Fraktion sei nicht bekannt gewesen, dass aufgrund des Neubaus eines Industriebetriebs ein neues Fahrzeug benötigt werde. In diesem Zusammenhang kritisierte er unflexible Förderrichtlinien des Landes bei der Beschaffung von Fahrzeugen. 

Investitionen lohnen sich

„Wenn wir nur eine Person retten können, dann lohnt sich der Aufwand schon“, sagte Elmar Kottenstede (FWG/OL) , der auch aktives Feuerwehrmitglied ist. Neben der modernen technischen Ausrüstung, Fahrzeugen und persönlicher Schutzausrüstung sei in Schmillinghausen auch ein den modernen Anfordungen gerechtes Gerätehaus gebaut werden. Die Präsentation des Stadtbrandinspektors habe ihm erst klar gemacht, welchen Gefahren auch die Feuerwehrleute ausgesetzt seien, sagte Werner Stibbe (Die Grünen). 

Schwere Arbeit

Für die Einsatzkräfte sei es nicht einfach, wenn sie es an der Unfallstelle Schwerverletzte oder Tote antreffe. Es sei zu hoffen, dass die Feuerwehrleute auch Hilfe bei Traumata bekämen. 

„Ein sorgfältig und akribisch ausgearbeiteer Plan“, bescheinigte Helga Schlattmann (FDP) den Autoren des Bedarfsplanes. Und die Vielzahl der Feuerwehrleute auf den Besucherstühlen zeige, wie wichtig ihnen das Thema auch sei. Das war denn auch den Stadtverordnetennach dem Beschluss des Bedarfsplans einen Applaus wert. ah

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