Arche KaNaum bei Mengeringhausen

Zuflucht für Vierbeiner

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Pferd Sir Tobi, Katze Skinny und Ziege Hanna haben einen guten Platz auf ihre alten Tage oder als Sprungbrett zu einem neuen Besitzer im Tierheim Arche KaNaum in der Nähe der Firma Hewi gefunden.

Arche KaNaum steht für „Katzen, Nager und mehr“. Seit Wochen ist das Asyl für Vierbeiner voll belegt. Das aus der Vogelperspektive wie ein Schmetterling aussehende Heim an der alten Bundesstraße präsentiert sich derzeit mittwochs von 14 bis 18 Uhr der Öffentlichkeit. Doch praktisch täglich kümmern sich neben der Heimleiterin Daniela Nürnberg und ihrer Mitarbeiterin Lena Deutschländer, beide bei der Stiftung für Tierschutz angestellt, ehrenamtliche Kräfte um die Katzen, Ponys und Pferde, den Schafbock und die Ziege, die Kaninchen oder die laut vernehmlich pfeifenden Meerschweinchen. Die Vierbeiner sind von anderen Tierheimen überstellt oder von Haltern abgegeben worden, die nicht mehr mit den Tieren umgehen konnten oder wollten. Teilweise kamen die Tiere in einem erbärmlichen Zustand an oder waren wie ein Kater mit zehn Kilogramm Gewicht deutlich übergewichtig. In dem für die meisten Tiere als Durchgangseinrichtung konzipierten Heim sind Katzen in verschiedenen Räumen mit separaten und vergitterten Auslaufbereichen untergebracht. Wer den Gang entlang an den verglasten Türen vorbeischreitet, sieht durch die Scheiben lebhafte Katzen und Kater, die drinnen am Kratzbaum klettern oder sich in einem Körbchen rekeln. An einer Tür bildet sich gleich ein ganzer Pulk von erwartungsvoll blickenden Kätzchen: Die sind als Säuglinge von Menschen mit der Flasche aufgezogen worden und laufen nun zutraulich auf die Zweibeiner zu. Manche Katzenräume dürfen nur nach sorgfältiger Desinfektion von Händen und Schuhen betreten und verlassen werden, weil die Tiere von Viren befallen sind. Diese Vorsichtsmaßnahme im Umgang mit den äußerlich gesund wirkenden Tieren sind den eingehenden Eingangsuntersuchungen durch einen Tierarzt zu verdanken, für den ein eigener Raum für Untersuchungen und Eingriffe geschaffen wurde. Die Katzen etwa werden bei der Aufnahme untersucht, entwurmt, mit Chips versehen und kastriert. Schließlich sollen Kater vor Unfällen bewahrt werden, die sich durch hormongesteuertes ungestümes Verhalten auf der Straße ereignen können. Zudem will man die unkontrollierte Vermehrung der Katzen verhindern. Gleiches gilt besonders für die Meerschweinchen. Hier darf kein Bock der Prozedur entgehen, sonst reicht bald das gesamte Heim nicht mehr aus. Hell und sauber Die Kapazitäten in dem modern eingerichteten, lichtdurchfluteten Bauwerk reichen für etwa 80 Katzen, 30 Nagetiere und zehn Pferde. Die Atmosphäre in den Räumen wirkt entspannt. Unangenehme Gerüche dringen nicht in die Nase des Besuchers. Ordnung, Sauberkeit und die Erfüllung aller hygienischen Vorschriften stehen obenan. Ziel ist es, die Tiere bald wieder in andere, gute Hände zu geben. Neben der Vermittlung in ein neues Zuhause gehört die Aufklärung über artgerechte Haltung und Pflege sowie Tierschutz zu den Aufgaben der Mitarbeiterinnen. Daniela Nürnberg hat 16 Jahre Erfahrungen als Tierarzthelferin und einen Sachkundenachweis zum Führen eines Tierheims erworben. Präventiv will die Stiftung durch Schulungen und Vorträge wirken, zudem werden Kastrationen von verwilderten Katzen vorgenommen. Für manche Tiere ist die Arche KaNaum die letzte Station: Betagte Ponys und Pferde dürfen in einem separaten Stall mit reichlich Auslauf das Gnadenbrot fressen. Auch sie kamen in einem beklagenswerten Zustand und sind inzwischen wieder aufgepäppelt worden. Ein junger Rollstuhlfahrer gehört inzwischen zu den Ehrenamtlichen im Heim. Zweimal die Woche kümmert er sich um die Ponys. Er lernt dabei den Umgang mit den Vierbeinern, und umgekehrt profitieren die Ponys von der Zuwendung durch den Pferdefreund. Die Stiftung möchte gezielt auch Schwerbehinderte an den Umgang mit Tieren heranführen. Derzeit sind etwa ein Dutzend Menschen mit Behinderungen aus dem Bathildisheim zu Gast in der Arche. Weitere sechs sind über die offenen Hilfen der diakonischen Einrichtungen ins Tierheim gekommen. Der Umgang mit Tieren wirkt sich positiv auf die behinderten Besucher aus. Jugendliche können die Achtung vor anderen Lebewesen vertiefen und lernen Verantwortung zu übernehmen. Schließlich soll auch Senioren die Begegnung mit Tieren ermöglicht werden, um deren Wohlbefinden zu steigern. Die Mitarbeiter freuen sich über Patenschaften für Tiere. Besuche oder Futterspenden sind denkbar. Ebenso sind Spenden für die weitere Absicherung der Arche willkommen: Arche KaNaum, Stiftung für Tierschutz, IBAN DE73 5235 0005 0001 0841 93, BIC: HELADEF1KOR bei der Sparkasse. Die offizielle Eröffnung wird wegen der noch zu erledigenden Arbeiten im Sommer stattfinden. Mittwochs von 14 bis 18 Uhr ist das Haus Landstraße 111 für Besucher geöffnet. Telefon 05691/8889800 oder 0176/56807848, E-Mail: info@arche-kanaum.de, Website: www.arche-kanaum.de. (ah)

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