Das Strandbad am Twistesee war am Sonntag rappelvoll

Mehr Kontrollen angekündigt: Zugang zum Twistesee-Strandbad künftig über Parkplätze steuern

Das volle Strandbad am Sonntag erinnerte an den Strand von Rimini. Das
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Das volle Strandbad am Twistesee erinnerte am Sonntag an den Strand von Rimini.

Der Twistesee erfreut sich im Hochsommer größter Beliebtheit, was gerade in Corona-Zeiten mit zahlreichen Problemen verbunden ist.

Bad Arolsen-Wetterburg - In einem Leserbrief war am Montag nachzulesen, dass trotz erhöhter Waldbrandgefahr unerlaubt Feuer entfacht wurden. Außerdem tummelten sich am Sonntag viele Hundert Badegäste nicht immer mit dem gebotenen Abstand im Sand und auf den Liegewiesen.

Ja, es habe am Wochenende einen großen Andrang am Twistesee gegeben. Die Fotos, die auf Facebook kursierten, gäben aber nicht die ganze Wahrheit wieder, so Bürgermeister Jürgen van der Horst. Das sei eine Frage der optischen Perspektive. Die Abstände zwischen den Menschen seien größer gewesen als es auf den Fotos den Anschein habe.

Massenandrang bleibt ein Problem

Hier zahle es sich aus, dass der Twistesee und seine Liegewiesen so groß und weitläufig seien. Im Prinzip hätten alle Besucher die Möglichkeit gehabt, genügend Abstand zu halten.

Es bleibe aber das Problem des Massenandrangs. Und dagegen wolle der Magistrat am kommenden Wochenende klar vorgehen. Es gebe Möglichkeiten, die Besucherströme zu steuern, und zwar über Rundfunk, über die städtische Homepage und über Facebook. Das wolle man auch nutzen.

Erholung ja, aber mit Sicherheit

Aus Sicht des Magistrats sei es nötig, den Menschen aus der Region eine Möglichkeit zu geben, Abkühlung im und am Wasser zu finden. die wenigen Freibäder, die geöffnet hätten seien für die vielen Menschen zu wenig.

Schließlich seien viele Menschen aus der Region extra nicht in Urlaub geflogen, um den vollen Stränden in fernen Ländern zu entgehen. Nicht jeder habe aber einen Garten, in dem er einen Pool aufstellen könne.

Auch deshalb gebe es regelmäßig den großen Andrang am Twistesee. Das sei verständlich. Falschparker aber würden künftig rigoros abgeschleppt werden. Zu groß sei die Gefahr, dass Rettungsfahrzeuge nicht mehr zu den Liegewiesen durchkämen. Parkknöllchen über 20 Euro hätten offenbar nicht die nötige abschreckende Wirkung.

„Leider müssen wir die Beobachtungen des Wetterburger Bürgers bestätigen“, kommentierte Bürgermeister Jürgen van der Horst die Schilderungen in einem in der WLZ abgedruckten Leserbrief: „Es ist tatsächlich erstaunlich, wie unvernünftig und teilweise auch unsozial sich Menschen verhalten können. Besonders kritisch ist das regelwidrige Parken auf Rettungswegen und das Ignorieren des Verbotes von offenem Feuer trotz der auch für Laien erkennbaren großen Waldbrandgefahr“, schreibt der Bürgermeister.

Ernüchternd sei auch der Umgang vieler Menschen mit ihrem Müll: „Obwohl bereits zusätzliche Sammelbehälter aufgestellt worden sind und zudem eine Leerung der Behälter an den Spitzentagen sogar zweimal am Tag erfolgt, schaffen es einige Zeitgenossen nicht, ihre Hinterlassenschaften geordnet zu entsorgen.“

Maßnahmenpaket der Stadtverwaltung

Aufgrund dieser schlechten Erfahrungen vom vergangenen Wochenende hat die Stadtverwaltung dieses Maßnahmenpaket geschnürt:

1. Fahrzeuge, die verbotswidrig im Bereich von Rettungswegen abgestellt werden oder von denen in anderer Weise eine Gefährdung ausgeht, werden kostenpflichtig abgeschleppt. Die hierfür erforderliche umfangreiche Logistik wird vorbereitet.

2. Die mutwillig zerstörten Verbotsschilder für das Betreiben offener Feuerstellen werden erneuert. Zudem werden die vorhandenen Feuerstellen beseitigt. Die Einhaltung dieses Verbotes wird von Ordnungsamt und Polizei verstärkt überwacht und Verstöße werden konsequent geahndet.

3. Es werden weitere Müllgroßbehälter aufgestellt.

4. Über den Rundfunk erfolgen Warnhinweise, sobald die Parkraumkapazitäten erschöpft sind. Auch über die städtische Homepage und die Facebook-Seite der Stadt wird künftig vermeldet, wenn die Kapazitäten am See ausgereizt sind. (Zusammengetragen von Elmar Schulten)

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