Regionalmanager Holger Schach in Nordwaldeck

Zuwanderung für Logistikbranche organisieren

Volkmarsen - Die Zukunft von Nordhessen liegt in der Logistik-Branche, ist sich der Leiter des Regionalmanagements, Holger Schach, mit den nordwaldeckischen Bürgermeistern einig.

Eine Ergänzung nahm der Twistetaler Rathauschef vor: Stefan Dittmann wies darauf hin, dass im „Hinterland“ abseits der Gewerbeflächen nahe der Autobahn 44 Dortmund-Kassel die Infrastruktur mithalten müsse mit der Zunahme des Lieferverkehrs zu den Verteilzentren. Das heißt, dass die Pläne für Umgehungsstraßen möglichst bald umgesetzt werden müssten. Wenn die 13 000 bis 15 000 Kraftfahrzeuge, die täglich durch Twiste rollen, wegen der im kommenden Jahr anstehenden mehrmonatigen Sperrung in Twiste über Nebenstrecken gen Korbach oder Diemelstadt umgeleitet werde müssten, dann werde das Ausmaß der Verkehrsbelastung auf besondere Weise deutlich. Eindrucksvolle Zahlen präsentierte Regionalmanager Schach: Nordhessen sei durch Investitionen von 3,5 Milliarden Euro in den vergangenen neun Jahren und der Schaffung von 8000 Arbeitsplätzen bei dem Inernet-Handeslriesen Amazon in Bad Hersfeld oder das Original-Teile-Centrum (OTC) von VW Baunatal zur wichtigstens Logistikregion Deutschlands aufgerückt. Und dieser Wirtschaftsbereich biete weitere große Entwicklungschancen. Hier würden derzeit Wachstumsraten von 2,5 bis drei Prozent verzeichnet. Das OTC im Kasseler Raum brauche die Flächen in der Region, weil an den bisherigen Standorten die Entwicklungsmöglichkeiten am Ende seien, ergänzte Volkmarsens Erster Stadtrat und MdB Thomas Viesehon. „Passt voll in Strategie“ Der Verbrauch der Flächen, der auch kritisch gesehen werde, verteile sich schwerpunktmäßig auf Hersfeld und Kassel sowie einzelne Städte, wie das Continental-Reifenverteilzentrum in Korbach. „Was sich gegenwärtig in Volkmarsen mit der Entwicklung des Logistikbereiches tut, passt voll in die Strategie in Nordhessen“, erklärt Schach zu dem bevorstehenden Baubeginn für eine 40 Millionen Euro teure Logistikhalle. Dabei seien nur 40 Prozent der neuen Arbeitsplätze für gering qualifizierte Beschäftigte. Diese Jobs müssten aber auch geboten werden. 60 Prozent seien in kaufmännischen Berufen, im Software-Engineering oder im Vertrieb tätig. Die Logistikbranche fange saisonale Entwicklungen in anderen Bereichen auf, verwies Reinhard Braun, Projektleiter bei Rudolph Logistik, auf die Möglichkeit der kurzfristigen Beschäftigung von Mitarbeitern etwas des Baugewerbes im Winter.Doch das Problem scheint nach Einschätzung des Regionalmanagers angesichts der demografischen Entwicklung eine abnehmende Zahl an qualifizierten Kräften in der Region zu liegen. In Nordwaldeck werde schon darüber nachgedacht, mithilfe eines Imagefilmes Arbeitnehmer aus Ungarn oder Spanien anzuwerben, sagte dazu Bürgermeister Elmar Schröder (Diemelstadt). „Wir müssen die Zuwanderung von qualifizierten Beschäftigten organisieren“, erklärte Schach. (ah)

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