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Zwei Arolser Ausreißerinnen: Raus aus dem Alltagstrott

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Von: Elmar Schulten

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Das BAC-Theater hat das Zwei-Frauen-Stück „Die Ausreißerinnen“ inszeniert. Es spielen Ursula Braun (links) und Monika Löschner (rechts) unter der Regie von Tina Rummel.
Das BAC-Theater hat das Zwei-Frauen-Stück „Die Ausreißerinnen“ inszeniert. Es spielen Ursula Braun (links) und Monika Löschner (rechts) unter der Regie von Tina Rummel. © Elmar Schulten

Das BAC-Theater hat sich mit der Premiere einer neuen Eigenproduktion zurückgemeldet. Der Theatersaal war fast ausverkauft.

Bad Arolsen – 30 Jahre Besatzung. 30 Jahre Widerstand. - eine Frau, die eine so vernichtende Bilanz ihrer bisherigen Ehe zieht, die kommt irgendwann auch auf die Idee, aus ihrem Leben auszubrechen und alles hinter sich zu lassen. Als Tramperin auf einer nächtlichen Landstraße trifft Margot auf eine andere Ausreißerin: Die lebenslustige Claude will nicht länger im Altenheim wohnen. So beginnt das neue Zwei-Frauen-Stück, das am Wochenende im BAC-Theater Premiere feierte.

In der Inszenierung von Tina Rummel spielen Monika Löschner als Margot und Ursula Braun als Claude zwei sehr unterschiedliche Frauen, die sich auf ihrer kleinen Odyssee ihre Lebensgeschichten erzählen und dabei immer näher kommen.

Guter Ehemann ist wie eine Brücke

Margot, die bisher ein eher monotones Leben als treu sorgende Hausfrau und Mutter geführt hat, kann nur staunen über den selbstbewussten und selbstbestimmten Lebensentwurf, den Claude sehr überzeugend vertritt:

Sie war verheiratet und hat ihren verstorbenen Mann geliebt. Aber wieso sollte sie nicht nebenbei noch eine Reihe von Liebhabern gehabt haben? Ihr Mann sei wie eine Brücke gewesen, von der aus sie all die Schönheiten der Landschaft gesehen habe.

Reife schauspielerische Leistung

Fotos auf einer Leinwand setzen die Kulisse für die immer neuen Szenen, in denen sich die beiden Frauen ihre Lebens- und Liebesweisheiten ausbreiten. Was es bedeutet, das Leben in vollen Zügen zu genießen, wird beim Picknick deutlich, das die beiden auf einem Friedhof improvisieren und dabei gut gelaunt einer verstorbenen Freundin zuprosten.

Monika Löschner und Ursula Braun liefern schauspielerisch eine reife Leistung ab und sorgen so dafür, dass aus der Komödie von Pierre Palmade und Christophe Duthuron ein Stück mit Tiefgang und einer gehörigen Portion Melancholie und Sarkasmus wird.

Weitere Aufführungstermine

Die nächsten Aufführungen sind am 21. und 22. Oktober sowie am 11. und 12. November, jeweils ab 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 13 Euro, ermäßigt 9 Euro. Der Karten-Vorverkauf erfolgt ausschließlich über den Findling-Laden in der Helenenstraße 12. (Elmar Schulten)

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