Twistetal-Mühlhausen

Zwei Jahre Freiheitsstrafe nach tödlichem Unfall

- Bad Arolsen/Twistetal (-ah-). Wegen fahrlässiger Tötung eines zehnjährigen Mädchen durch einen selbstverursachten Unfall am 19. August 2010 in Mühlhausen wurde ein 49-Jähriger Twistetaler zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Das Amtsgericht Bad Arolsen ordnete außerdem die Zahlung von 3000 Euro an das Bathildisheim an.

"Ein gerechtes Urteil gibt es nicht", erklärte der Staatsanwalt. Und egal, welches Strafmaß verhängt werde, die zehnjährige Stine bringe es nicht wieder zurück.

Das Gericht erkannte es als erwiesen an, dass der 49-jährige am 19. August gegen 18.20 Uhr auf dem Weg von Gembeck nach Korbach mit überhöhter Geschwindigkeit durch Mühlhausen gefahren ist. Ein Motorradfahrer und eine Pkw-Fahrerin mussten dem silberfarbenen Mazda Kabriolet ausweichen, in dem der Twistetaler und sein Vater zum Einkaufen unterwegs waren. Der 49-Jähige kam hat nach Auffassung des Gerichts ins Schleuden, versuchte zu bremsen und gegenzulenken. Doch der Wagen prallte mit 60 bis 70 Kilometern pro Stunde gegen den Bordstein, sauste 20 Meter über den Gehweg, erfasste das Mädchen und drückte es gegen eine Hauswand. Das Kind musste mit dem Rettungshubschrauber in das Klinikum Kassel eingeliefert werden, wo es am folgenden Mittag infolge der schweren Verletzungen starb.

Sohn und Vater waren im Mazda eingeklemmt worden und befinden sich immer noch in medizinischer Behandlung. Zu dem Unfallgeschehen selbst könne er keine Angaben machen, wie der Verteidiger erklärte. Sein Mandat habe einen "Filmriss" für diesen Zeitraum und könne sich nur noch daran erinnern, wie Sanitäter an seinem Auto im Einsatz waren. Der Angeklagte bekräftigte, er bedauere zutiefst das von ihm angerichtete Leid: "Ich wünschte, ich könnte das alles rückgängig machen."

Die Eltern des Mädchens leiden unter dem Tod der Tochter, sind nicht arbeitsfähig.

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