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Kindergarten „Zwergenscheune“ Schmillinghausen im Herbst wieder geöffnet

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Von: Armin Haß

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Der evangelische Kindergarten Schmillinghausen (links) wird nach einem Wasserschaden saniert und soll im Herbst wieder eröffnet werden. Derzeit darf nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Landkreises das benachbarte Pfarrhaus genutzt werden.
Der evangelische Kindergarten Schmillinghausen (links) wird nach einem Wasserschaden saniert und soll im Herbst wieder eröffnet werden. Derzeit darf nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Landkreises das benachbarte Pfarrhaus genutzt werden. © Armin Haß

Die Zukunft des Kindergartens in Schmillinghausen war Thema eines Bürgergespräches.

Arolsen-Schmillinghausen - Die evangelische Kindertagesstätte „Zwergenscheune“ in Schmillinghausen soll im September nach Behebung der im Sommer 2021 eingetretenen Wasserschäden wieder eröffnet werden. Das mit Ausnahmegenehmigung zur Betreuung der derzeit für 19 Kinder genutzte Pfarrhaus wird nicht als Kindergarten ausgebaut, wie bei einem Bürgergespräch am Dienstagabend in der Festhalle deutlich wurde.

Das ist nicht machbar

Die Idee sei sicherlich „charmant“, sagte Bürgermeister Marko Lambion. Doch aufgrund der Kosten sei ein städtisches Projekt in einem kirchlichen Gebäude politisch nicht durchsetzbar. - Bekanntlich steht das nach der aus Schmillinghausen stammenden Schriftstellerin Christine Brückner benannte Pfarrhaus nach Umstrukturierungen im kirchlichen Bereich leer.

Die „Zwergenscheune“, ein von der Stadt für die Nutzung durch den Zweckverband evangelische Kindertagesstätten Nordwaldeck bereitgestelltes Gebäude, steht aber auch in der Kritik bei Bürgern, vor allem in der Elternschaft. Es sei zu klein und werde nach dem Umbau der Küche noch beengter sein. Besser geeignet wäre das Pfarrhaus, argumentierte Alexander Jäger. Dafür müsse auch das Dorfentwicklungsprogramm in Erwägung gezogen werden.

Garten nicht nutzbar

Der Garten ist für eine Nutzung durch die Kinder aus Sicherheitsgründen auf Drängen der Unfallkasse gesperrt worden, die beiden aus Sicherheitsgründen eingebauten Metalltore vor dem Kindergarten sind indessen nicht geschlossen, um den Durchgang zur Kirche zu gewährleisten.

Bürgermeister Lambion erklärte, die Stadt verweigere sich keinem Gespräch. Als Eigentümerin des Pfarrhauses sei aber die Kirche gefragt. In Gesprächen mit Unfallkasse, Kirchenkreis, Gemeinde und Zweckverband sollten die Probleme erörtert und eine Lösung herbeigeführt werden.

Endlich Sanierung

Zu Kritik in der Versammlung, dass keine kirchlichen Repräsentanten präsent seien, erklärte er, jetzt dürfe nicht der „schwarze Peter“ der Kirche zugeschoben werden. Kirchenkreis und Zweckverband „liegt der Standort am Herzen“. Er habe auch nicht den Eindruck, dass die Bürger mit der für den Betrieb als Kindergarten mit 20 Plätzen genehmigte „Zwergenscheune“ unzufrieden gewesen seien.

Ortsvorsteher Elmar Kottenstede vermisst einerseits Engagement der Kirche. Er räumte aber ein, dass der ursprüngliche Kindergarten, für dessen Erhalt auch er vor 30 Jahren gekämpft habe, nach etwa einem Jahr und einer Sanierung endlich wieder öffne. Beim Pfarrhaus werde man am Ball bleiben, sagte Kottenstede. Hier sei die Kirche gefragt. Tue sich nichts, dann bleibe nach zehn Jahren womöglich eine Ruine in der Ortsmitte.  (Armin Haß)

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