Überlebendes der drei Jungtiere hat Chancen durchzukommen · Bank wird Pate

1250 Mäuse für Adebars in harter Zeit

Kleines Bild: Am Edertaler Storchenhorst, von links, Wolfgang Lübcke, Vorsitzender des NABU Edertal, Bernd Lückel und Carsten Stumpe von der Waldecker Bank. Sie beobachteten fremde Störche, die von dem Weibchen aber nicht verscheucht wurden. Möglicherweise handelt es sich um erwachsene Jungtiere aus einem früheren Jahr. Fotos: Sonderhuesken

Edertal - Schlechte Zeiten für Storchenkinder, doch nach dem Tod von zwei der drei diesjährigen Küken ist der Edertaler NABU zuversichtlich, dass der dritte Sprössling durchkommt. Für die nächsten Jahre gibt es zumindest von den Menschen weitere Unterstützung für die Adebare.

Denn die Waldecker Bank und der NABU Edertal haben eine Patenschaft der Bank für die Edertaler Störche vereinbart. In deren Rahmen fließen jährlich 250 Euro gezielt in den Storchenschutz, zunächst auf fünf Jahre, Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.

Wenige Mäuse dieses Jahr

Das erklärte Bernd Lückel, Regionalmarktleiter im Edertal. „Die Edertaler Störche als Sympathieträger sind ideale Botschafter für die gesunde und vielfältige Natur“, ergänzte Marketingleiter Carsten Stumpe. „Das Geld können wir gut gebrauchen. Die Aufstellung von Hinweisschildern für Autofahrer oder die geplante Neuauflage der Edertaler Storchen-Broschüre sind nur einige der Maßnahmen, die wir vorhaben und für die nun eine finanzielle Planungssicherheit besteht“, bedankte sich Wolfgang Lübcke, der Vorsitzende des NABU Edertal.

Wenn sie die Wahl hätten, hätten Adebars gleichwohl für echte Mäuse gestimmt, denn Wolfgang Lübcke berichtete von zahlreichen Jungvogel-Verlusten auch in anderen Regionen wie Wabern. Lübcke erzählte, dass der Jungstorch, den er unter dem Nistmasten gefunden hatte, fast nackt war, also empfindlich gegenüber Kälte und Nässe. Außer den extremen Wetterbedingungen könnte Nahrungsmangel eine zusätzliche Ursache für den Tod von zwei Jungtieren gewesen sein. In diesem Jahr gebe es kaum Mäuse. Nur mit Regenwürmern und anderem Kleingetier dürfte es aber schwer sein, drei Junge durchzubringen. Der verbliebene Jungstorch präsentiert sich recht kräftig und ist deshalb gegen die Unbilden des Wetters durch ein dichtes Dunenkleid geschützt. Anlässlich eines Ortstermins bot sich den Besuchern ein interessantes Schauspiel. Zusätzlich zu dem Edertaler Brutpaar umkreisten gerade zwei Fremdstörche den Horst an der Wesemündung bei Giflitz. Dazu Storchen-Betreuer Hermann Sonderhüsken (Giflitz) vom NABU Edertal: „Das können Störche gewesen sein, die hier mal als Jungstörche geschlüpft und aufgewachsen sind.“ Auffällig war jedenfalls, dass das im Horst bei dem Jungstorch wachende Weibchen keine der sonst beim Auftauchen von fremden Adebaren üblichen Abwehr-Aktionen wie Schnabelklappern und Flügelschlagen zeigte - erkannte sie eigene erwachsene Junge?

„Neues am Storchenhorst“ gibt es weiterhin im Internet unter www.nabu-edertal.de.

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