Baugenehmigung liegt vor

2019 Baustart für Gerontopsychiatrische Vitos-Tagesklinik in Bad Wildungen

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Direkt am Königsquellenpark : Dort liegt das Gelände des ehemaligen gleichnamigen Sanatoriums (rechts im Bild), auf dem bald die Tagesklinik der Vitos-Gesellschaft entsteht.

Bad Wildungen – Die Baugenehmigung liegt vor. 2019 will die Klinikgesellschaft Vitos an der Königsquelle den Bau ihrer gerontopsychiatrischen Tagesklinik beginnen.

Das verkündet die GmbH in einer Pressemitteilung. Als Gerontologie bezeichnet sich die Wissenschaft vom Altern des Menschen.

Der Tagesklinik angeschlossenen wird eine psychiatrische Ambulanz. Das hessische Sozialministerium genehmigte das Vorhaben vor sechs Jahren. Die geplante Wildunger Außenstelle der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina ist auf 18 Plätze ausgelegt. Zum Vergleich: In der Korbacher Außenstelle stehen 15 Plätze und ebenfalls eine Ambulanz zur Verfügung.

Ein Zwitter-Konstrukt

Die neue Tagesklinik schließt nach Angaben von Vitos die Versorgungslücken zwischen ambulanter und vollstationärer Behandlung älterer Menschen. „Gerade psychisch erkrankte Menschen in der zweiten Lebenshälfte profitieren sehr häufig von einem Verbleib im häuslichen Umfeld bei gleichzeitiger intensiver Therapie ihrer Erkrankung“, sagt Dr. Florian Metzger, Ärztlicher Direktor der Vitos Klinik in Haina.

Eine Tagesklinik decke diesen Bedarf optimal, meint er. Sie ist eine Art Zwitter-Konstruktion mit Elementen einer ambulant arbeitenden Praxis und Elementen eines vollstationär tätigen Krankenhauses. Die Behandlung in der Tagesklinik sei daher geeignet für Ältere, die – eventuell auch mit Unterstützung – fähig seien, zu Hause zu leben und zu wohnen.

Zwei wesentliche Einschränkungen gelten allerdings :

1. Die Tagesklinik schließt an Wochenenden, so dass die Patienten an Samstagen und Sonntagen in einem anderen Rahmen versorgt sein müssen.

2. Sie richtet sich an Patienten mit allen psychischen Krankheitsbildern – ausgenommen Sucht-Leiden.

Obwohl die Klientel zu Hause lebt, wird sie wie in einem Krankenhaus sowohl mit Methoden der medizinischen Psychiatrie als auch der Psychologie behandelt. Die Tagesklinik hält auch Co-Behandlungsformen wie Physiotherapie oder Ergo-Therapie vor, die dazu dient, die Eigenständigkeit zu stärken. Die Kranken werden einzeln wie in Gruppen versorgt. „In vielfältiger Art und Weise“, betont Metzger. „Die Tageskliniken haben eine psychiatrisch, sozialpsychiatrisch und medizinisch orientierte Aufgabe“, skizziert Lutz Lenhard, der die Ambulanz in Korbach leitet und für die geplante Wildunger Einrichtung verantwortlich sein wird. Berücksichtigt werden die Fähigkeiten der Klienten, die meist in häuslicher Umgebung wohnen, oft betreut von ihren Angehörigen.

Die Tagesklinik bilde eine „Brücke“ in den Alltag zuhause. Sie unterstütze die Patientinnen beim Aufbau und Erhalt einer Tagesstruktur. Sie trainiere mit ihnen alltagspraktische Fähigkeiten, erhöhe die Sozialkompetenz und unterrichte zum Verstehen der Erkrankung.

Im Kontakt mit den Angehörigen werde das soziale System am Wohnort eingebunden, unterstützt, oder auf Wunsch verändert. Hierbei spiele, in Abhängigkeit vom aktuellen Krankheitsbild, auch die Entlastung der betreuenden Angehörigen eine wesentliche Rolle.  -red-

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