34-Jähriger legt volles Geständnis ab

21 500 Euro mit Fake-Verkäufen im Internet ergaunert: zwei Jahre Haft zur Bewährung für Wildunger

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Der Bewährungshelfer entscheidet, wo der Verurteilte seine 200 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichtet.

Fritzlar/Wildungen – Wegen gewerbsmäßigen Betruges in 40 Fällen hat das Schöffengericht am Amtsgericht Fritzlar einen 34 Jahre alten Mann aus Bad Wildungen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Sie wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Der mit angeklagte 36-Jährige wurde freigesprochen. Der Hauptangeklagte hatte ein volles Geständnis abgelegt.

Der 34-Jährige muss 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich einem Bewährungshelfer unterstellen. Dieser entscheidet auch, wo die Arbeitsstunden verrichtet werden.

Angeklagt waren die beiden Männer nach Angaben der Staatsanwaltschaft, weil sie von Juli 2017 bis März 2018 in 33 Fällen über das Internet und Onlinehandelsplattformen gemeinschaftlich Waren zum Verkauf angeboten hatten, obwohl sie nicht Willens und nicht in der Lage waren, die Ware nach Erhalt des Kaufpreises an die Käufer zu übersenden. Die zwei Männer beziehen Hartz IV. Gegenstand der geschlossenen (Schein)Kaufverträge waren unter anderem eine Handtasche der Marke Chanel, Smartphones des Typs iphone und Samsung Galaxy, mehrere Saugroboter, ein Staubsauger, ein Bausatz Starwars Supersternzerstörer, Schuhe der Marke Nike, Lego-Bausets, mehrere Apple MacBooks, ein Fernseher, Gitarren, ein Märklin-Eisenbahnkomplettset und eine Kettensäge: Das wären Waren im Gegenwert von 18 000 Euro gewesen.

Bei sieben weiteren Straftaten sollten die zwei bei identischem Vorgehen weitere 3500 Euro erschlichen haben. Dabei ging es unter anderem um eine Gitarre, eine Kettensäge, zwei Seidenteppiche, ein goldenes Damenarmband, eine Lego-Eisenbahn und weiteres Lego-Spielzeug.

Wie die Beweisaufnahme ergab, hat der 36-Jährige, den das Gericht freisprach, von all den Machenschaften nichts gewusst, obwohl die Einnahmen zunächst auf sein Konto gegangen waren, ergab die Verhandlung. Als er die Vorgänge schließlich bemerkte, stellte er den Hauptangeklagten zur Rede.

Dieser sprach vor Gericht von einer finanziellen Notlage. Er habe keine Arbeit, die Miete nicht bezahlen können. Der Stromanbieter habe noch 25 000 Euro zu bekommen.

Die bei den Betrügereien zusammen gekommene Gesamtsumme von 21 500 Euro muss der Verurteilte zurückzahlen. Nach dem Motto, so formulierte es Richterin Eichler: „Straftaten sollen sich nicht lohnen.“ (ms)

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