Jubiläumsfeier in Bad Wildungen

25 Jahre Leader-Region Kellerwald-Edersee: 10,5 Millionen Euro aus Fördertöpfen sind in 326 Projekte geflossen

Die Gründungsmitglieder des Kellerwaldvereins.

Bad Wildungen – Vor 25 Jahren wurde die Region Kellerwald-Edersee anerkannt als Leader-Fördergebiet der Europäischen Union und des Landes Hessen. Bis heute flossen 10,5 Millionen Euro an Fördergeld in 326 Projekte der Regionalentwicklung.

Auf diese Zahlen verwies der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede als Vorsitzender des Kellerwaldvereins in der Jubiläumsfeier in der Wandelhalle.

„Leader ist nicht in erster Linie ein Förderprogramm, sondern eine Strategie.“ Es gehe um eigenständige Entwicklungen ländlicher Regionen. Einige Projekte brachten Region besonders voran, betonte Brede. „Die durch die Regionalentwicklung angestoßenen Entwicklungen haben zur Gründung des Naturparks und des Nationalparks Kellerwald-Edersee geführt.“

Zu geförderten Projekten gehörten Gewerbebetriebe, kulturelle Einrichtungen, Qualitätsverbesserung bei Tourismus und Dienstleistung, Kooperationen. Aber auch die weichen Faktoren zählten. „Das sind insbesondere das entstandene Wir-Gefühl und das Engagement der Menschen für ihre Region.“

 In einer Zeit, in der „die Kultur des Miteinanders oft in die falsche Richtung läuft“, sei das besonders wichtig. Von einander lernen, und trotz unterschiedlicher Standpunkte die Region gemeinsam voran bringen, das machte die Arbeit aus. „Deswegen war es richtig, dass Menschen so mutig waren, den Verein zu gründen.“

Blicken optimistisch in die Zukunft: Regionalmanagerin Lisa Küpper und Vorsitzender Björn Brede beim Jubiläum „25 Jahre Leader-Region Kellerwald-Edersee“.

Durch den bevorstehenden Brexit sei die Zukunft noch ungewiss. „Derzeit ist nicht abzusehen, wie es nach 2020 weitergehen wird und wann die neue Förderperiode startet.“ Sicher sei, dass sich der Kellerwaldverein großen Herausforderungen stellen müsse – Klimawandel, demographische Entwicklung, Sicherstellung von Infrastrukturangeboten. Die Fördertöpfe seien voll wie nie, sagte Geschäftsführerin Lisa Küpper.

Einen Rückblick in Versform hielt Irmhild Weber, beim Landkreis zuständig für Dorf- und Regionalentwicklung. Bei regionalen Gaumenfreuden wurde das Jubiläum gefeiert. Vor zahlreichen Gestaltern der Regionalentwicklung, Gästen aus Landtag, Bundestag, Europaparlament, Bürgermeistern und anderen Institutionen hielt Dr. Winfried Kösters einen Vortrag. Thema: Zukunft ist nicht vorhersehbar, aber gestaltbar.

Regionalentwicklung über Kellerwaldverein löste Investitionen von 38,5 Millionen Euro aus

Die Regionalentwicklung über den Kellerwaldverein löste in 25 Jahren Investitionen von 38,5 Millionen Euro aus und eine Wertschöpfung von 100 Millionen Euro. 300 Arbeitsplätze entstanden, die meisten im Vollerwerb. 92 Projekte mit drei Millionen Euro Fördergeld wurden kurz nach dem Start der Entwicklungsgruppe in der Leader-II-Programmperiode realisiert, danach in der Leader-plus-Periode 89 Projekte mit 2,4 Millionen Euro, von 2007 bis 2013 82 Projekte mit 2,16 Millionen, und von 2014 bis 2020 45 Projekte mit 2,6 Millionen aus Fördertöpfen.

Start als lokale Agendagruppe in der Region Kellerwald-Edersee

Landrat Dr. Reinhard Kubat blickte zurück auf die Anfänge als „lokale Aktionsgruppe“ für die Kellerwald-Region. 

Ministerialrat Klaus Schüttler aus Wiesbaden und der damalige Bad Wildunger Bürgermeister Dr. Albrecht Lückhoff gaben damals den Anstoß für die Entwicklungsgruppe. Lückhoff wurde erster Vorsitzender des neu gegründeten Kellerwaldvereins. Das erste Regionalmanagement wurde zunächst nebenamtlich abgewickelt, bis Dr. Reinhard Kubat 1994 die Geschäftsführung übernahm. 

In 2002 wurde Kubat zum Frankenauer Bürgermeister gewählt. Seine Nachfolgerin beim Kellerwaldverein wurde Lisa Küpper, die bis heute die Geschäfte führt. Zu den ersten geförderten Projekten zählten: „Lebendiges Museum“ Odershausen, Jausenstation Dülfershof, Hainaer Tischbeinhaus, Beschilderung von Wanderwegen. 

In der Planungsphase für den Nationalpark Kellerwald-Edersee hatte der Kellerwaldverein die schwierige Aufgabe der Moderation zwischen Gegnern und Befürworten. Die ursprüngliche Leader-Region wurde in den vergangenen Jahren erweitert um die Städte Lichtenfels und Fritzlar. Naturpark Kellerwald-Edersee und Entwicklungsgruppe teilen sich nicht nur die Räume in der Laustraße sondern sind inzwischen auch inhaltlich zusammen gewachsen. Motto: „Welterbe Region Kellerwald-Edersee – Wild. Bunt. Gesund."

Vorsitzender Björn Brede: Die Bürokratie in den 25 Jahren hat sich vervielfacht

Die Bürokratie habe zugenommen in den 25 Jahren, kritisierte Björn Brede, Vorsitzender des Vereins Region Kellerwald-Edersee. „Der bürokratische Aufwand bei der Umsetzung der Förderprojekte hat sich in den letzten Jahren vervielfacht.“

 Das betreffe Anforderungen an die Bewilligungsstellen – Fachdienste für Regionalentwicklung in den Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder – die Regionalforen und die Projektträger.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare