Er griff seine Ex-Verlobte an

34-Jähriger aus Kassel für Körperverletzung in Wildunger Klinik verurteilt

Ein Mann legt seine Hände um den Hals einer Frau
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Wegen Angriffs auf seine Ex-Verlobte wurde ein Mann aus Kassel verurteilt.

Das Amtsgericht in Fritzlar verurteilte einen 34-Jährigen aus Kassel wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Körperverletzung in einer Wildunger Klinik zu einer Geldstrafe.

  • Ein 34-Jähriger aus Kassel ist wegen Gewalttaten in einer Wildunger Klinik zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 10 Euro verurteilt worden
  • Laut Anklage schlug der Mann seiner Ex-Verlobten ins Gesicht und drohte, ihr ins Bein zu schießen
  • Das Gericht verurteilte den Mann wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Körperverletzung, nicht aber Bedrohung
  • Die Staatsanwaltschaft legt Berufung gegen das Urteil ein und verweist auf die Vorstrafen

Bad Wildungen/Fritzlar – Das vierte Verfahren wegen Bedrohung stellte das Gericht ein. „Ich habe diesen Mann mal geliebt“, sagte eine 34 Jahre alte medizinische Fachangestellte aus Bad Wildungen vor Gericht. Am 19. Juli vorigen Jahres wurde sie in einer Wildunger Klinik, in der sie damals gearbeitet hat, von ihm ins Gesicht geschlagen und verletzt. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hatte den Mann damals in der Klinik festgenommen und in Handschellen abgeführt.

Die Staatsanwältin kündigte Berufung gegen das Urteil an. Sie hatte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten ohne Bewährung beantragt, der Verteidiger eine Geldstrafe im Ermessen des Gerichts.

Ex-Verlobte erlitt Hämatom im Gesicht

Laut Anklage hatte der Angeklagte nach einem Streit mit seiner Ex-Verlobten die Klinik aufgesucht und sich durch gewaltsames Öffnen einer Notausgangstür unerlaubt Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Dadurch entstand ein Sachschaden über 3000 Euro. Der Zeugin drohte er anschließend, sie ins Bein zu schießen. Danach habe er sie ins Gesicht geschlagen. Sie erlitt ein Hämatom.

Der Verteidiger verlas ein Geständnis, in dem sich der Angeklagte entschuldigte. Es habe Beziehungsprobleme gegeben, sie habe ihm gedroht, mit fremden Männern zu schlafen. Er sei in Rage geraten, habe aber nicht gedroht, auf sie zu schießen und habe sie auch nicht mit der Faust geschlagen. „Sie hat mich auch geschlagen“, sagte der Angeklagte. Die Frau widersprach während der Zeugenvernehmung. „Es war eine provozierende, aufgeheizte Situation“, meinte der Verteidiger.

Ex-Verlobte berichtet über seine Schläge in ihr Gesicht und seine Drohung, ihr ins Bein zu schießen

Eine Auseinandersetzung sei eskaliert, der Mann sei sehr aggressiv gewesen, sagte die Frau. Er habe permanent gedroht, „das hat er bei jedem Streit gemacht“. Die 34-jährige vor Gericht: „Ich hatte Angst und Panik.“ Er habe ihr gedroht ins Bein zu schießen, dann habe er sie fest ins Gesicht geschlagen. Er sei ein sehr eifersüchtiger Mensch. Seit dem Vorfall habe sie keinen Kontakt mehr zu dem Mann.

Ein 30 Jahre alter Krankenpfleger, der mit der Frau zusammen Dienst hatte, erklärte als Zeuge, der Angreifer habe die Frau mit einer Handfeuerwaffe, einer silbernen Pistole, mehrmals bedroht und gesagt: „Wenn Du nicht mitkommst, schieße ich Dir ins Bein.“

Bei ihm habe er sich dann entschuldigt. Der Zeuge: „Es war bedrohlich.“

Vorstrafen wegen Betruges, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Beleidigung

Der Angeklagte habe „hohes Aggressionspotenzial gezeigt“, sagte die Staatsanwältin. Der Mann sei wegen Betrugs, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Beleidigung mehrfach einschlägig vorbestraft.

Er habe bereits zweimal bei der Bewährung versagt. Deshalb beantrage sie acht Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

Verteidiger: Angeklagter keine Schusswaffe dabei

Darüber zeigte sich der Verteidiger erschüttert. „Er hatte keine Schusswaffe dabei.“ Sein Mandant habe „Rot gesehen“ und sei am Ende seiner Nerven gewesen. Seine Freundin habe ihm verboten, abends alleine auszugehen.

„Es war falsch, und ich habe mich auch bei ihr entschuldigt“, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort.

120 Tagessätze zu je zehn Euro seien das rechte Maß, erklärte Richterin Corinna Eichler bei der Urteilsverkündung – auch im Hinblick darauf, dass der Angeklagte Hartz4-Empfänger sei und geständig war. (Manfred Schaake)

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