„Sicher mobil bleiben“ – Aktion von Verkehrswacht und Wildunger Seniorenbeirat

Ältere stellen sich dem Fahr-Prüfstand

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An Simulationstrainern konnten Ältere ihre Leistungsgrenzen kennenlernen.

Bad Wildungen - „Ich brauche eine neue Brille.“ Diese Erkenntnis vermittelte dem einen oder anderen Besucher der Veranstaltung „Sicher mobil bleiben im Alter“ ein Sehtest.

Verkehrswacht Frankenberg und der Wildunger Seniorenbeirat luden für vergangenen Samstag insbesondere ältere Autofahrer ab 65 in die Wandelhalle ein. An mehreren Stationen konnten sie ihre Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr überprüfen. Zum Beispiel beim Reaktionstest: Der 80-jährige Kurgast Ernst Wunner war zufrieden mit dem Ergebnis: „Ich habe noch einen ganz alten Lappen, fahre immer noch sehr gern Auto.“ Nur weitere Strecken absolviert der Senior eher mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein „Situationstrainer“ demonstrierte Gefahrensituationen mit Motorrad und Roller, ein anderer Simulator war für Rad- und Mofafahrer interessant.

Besondere Aufmerksamkeit fand ein „Promille-Simulator“, bei dem das besonders brisante Thema „Alkohol am Steuer“ im Mittelpunkt stand, beispielsweise der „Tunnelblick bei 0,8 Promille“. Jürgen Diederich, Vorsitzender des Bad Wildunger Seniorenbeirats, probierte es aus: „Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass man bereits bei 0,5 Promille derart unsicher fährt.“

Der Wildunger Seniorenbeirat versteht sich als Interessenvertretung der älteren Generation, die er am kommunalen Geschehen beteiligen und die Möglichkeiten der Mitwirkung stärken will. Im Rathaus ist Annette Lambertz Seniorenbeirats-Sachbearbeiterin: „Älter werden bedeutet nicht nur Krankheit, Demenz, Pflegedürftigkeit, sondern auch die aktive Teilnahme am Leben.“ Der Wildunger Seniorenbeirat , so Lambertz, „will mehr als Treffen zum Kaffeetrinken“.

„Wir gehen überall hin, wo man uns haben will“, betonte Günter Langendorf von der Verkehrswacht Waldeck-Frankenberg. Natürlich ist die „Wacht“ hauptsächlich in Schulen bei potenziellen Fahranfängern präsent, bekanntlich in der Unfallstatistik die höchste Gefahrengruppe.

Grundsätzlich gelten ältere Verkehrsteilnehmer eher als ruhig und besonnen. Allerdings erhöht sich die Risikobilanz im hohen Alter beträchtlich. Und freiwillig geben selbst Hochbetagte den Führerschein nur ganz selten ab. „Wenn überhaupt, dann geschieht dies in der Regel auf Rat eines Arztes oder durch Druck in der Familie“, sagt Langendorf und fügt hinzu: „Hauptgefahrenpunkt bei Älteren hinter dem Steuer ist insbesondere die nachlassende Sehkraft.“

Mobilität gehört zur Lebensqualität im reiferen Lebensalter unbedingt dazu. Logisch: Der demografische Faktor mit einem ständig höheren Lebensalter macht vor der Teilnahme am Straßenverkehr nicht halt.

Einige aktuelle Trends: Der Anteil älterer Frauen auf der Straße ist deutlich angestiegen. Ein weiteres Phänomen ist die wachsende Zahl von Elektro-Fahrrädern, mit denen gerade Seniorinnen und Senioren unterwegs sind.

Verkehrswacht und Seniorenbeirat wollen den Älteren den Spaß am Autofahren nicht verderben. Annette Lambertz: „Wer im Alter mobil bleibt, nimmt aktiv am Leben teil und erweitert seinen Horizont.“ (jm)

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