Gebürtige Wildungerin Dr. Vera Kühne schreibt Buch „Grenzenlos“

Als Ärztin in Krisengebieten der Welt

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Auch für die Bundeswehr war Vera Kühne im Einsatz.

Bad Wildungen - „Grenzenlos“ heißt ein Buch mit dem Untertitel „Mein Leben als Ärztin in Krieg und Frieden“, das die aus Bad Wildungen stammende Dr. Vera Kühne geschrieben hat.

Sie erzählt ihr spannendes und abenteuerliches Leben als Ärztin in humanitären Einsätzen, die sie auf alle fünf Kontinente führten. Bald nach Abschluss ihres Studiums entschied sich die junge Chirurgin mit Zusatzqualifikation Notfallmedizin für die Tropenmedizin und Versorgung von Kriegs- und Schussverwundungen und zugleich gegen den bürokratischen Medizinbetrieb in Deutschland. Sie engagierte sich für die Arbeit von Hilfsorganisationen in Krisengebieten in aller Welt.

Im Klappentext ihres Buches heißt es unter anderem: „Schon immer war es Vera Kühnes Wunsch aufzurütteln und zu helfen, wachsam zu sein. Am besten in der weiten Welt. So war es kein Zufall, dass sie Ärztin wurde. Doch der übliche Weg war nicht ihr Weg.“

Bald nach ihrer Approbation ging sie als Ambulanzärztin für das „Komitee Ärzte für die Dritte Welt“ nach Kolumbien, wo die Drogenkartelle ihren blutigen Bürgerkrieg führten. Weitere Einsätze führten die Wil­dungerin für „Ärzte ohne Grenzen“ unter anderem nach Mazedonien. Im Sudan half sie mit, ein Krankenhaus zu bauen. In Papua-Neuguinea engagierte sie sich in einem Missionskrankenhaus, auf Haiti versorgte sie Erdbebenopfer und 2007 ging sie zum ersten Mal für die Bundeswehr nach Afghanistan. Immer wenn sie zwischendurch nach Deutschland zurückkam, um Kraft zu tanken, war sie hier als Notärztin unterwegs, nie hat sei eine der ihr oft angebotenen Stellen als leitende Ärztin in einem Krankenhaus akzeptiert. Den lange gehegten Plan, ihre Erlebnisse in einem Buch aufzuschreiben, hat Vera Kühne im vergangenen Jahr umgesetzt, nachdem sie auf einem Nürnberger Flohmarkt einen Dinka, einen der Einwohner aus dem Südsudan, getroffen hat. Er erinnerte sie an ein Versprechen, das sie noch nicht eingelöst hatte: „Damals im Südsudan hatte ich den Dinka mein Wort gegeben, ihre Geschichte aufzuschreiben, sie allen zu erzählen. Ich sollte Zeugnis ablegen, damit die Welt sie nicht vergessen würde.“

Vera Kühne hat ihr Versprechen eingelöst. Sie erzählt darin die Geschichte der südsudanesischen Dinka und vieles mehr. Vor allem aber wurde das Buch zu einer berührenden Liebeserklärung an den Südsudan und dessen Bewohner.

Die Autorin berichtet in ihrem spannenden Werk ganz direkt und sehr persönlich von ihren ebenso abenteuerlichen wie oft höchst gefährlichen Einsätzen als Notfallärztin. Sie nimmt ihre Leser mit, lässt sie ganz nah an sich herankommen, wenn sie davon schreibt, wie sie immer wieder Menschen geholfen hat, die sonst keine Chance auf medizinischen Beistand gehabt und nicht überlebt hätten.

Der Leser erfährt ganz viel von den persönlichen Erfahrungen und Eindrücken, von den Gefühlen der Notärztin Kühne, wenn ihr Handeln als Medizinerin über Leben und Tod entscheidet.

„Grenzenlos“ ist ein Buch, das so spannend - und auch mit viel Humor - geschrieben ist, dass man es nicht mehr aus der Hand legt, wenn man es angefangen hat.

„Grenzenlos ist die Geschichte einer selbstbewussten und starken Frau und ihres Kampfes für ein kleines Stück Gerechtigkeit auf dieser Welt“, heißt es im Klappentext.(szl)

Vera Kühne „Grenzenlos“, Pattloch Verlag, 267 Seiten, ISBN 978-3-629-13012-9, 19,99 Euro.

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