Lebendiges Museum Odershausen startet in die neue Saison mit Schafschur und grüner Soße

30 Aktive erfreuen im Schnitt 500 Besucher

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Livevorführung im Lebendigen Museum Odershausen: hier das Weben eines Schafwollteppichs.Fotos: Minke

Bad Wildungen-Odershausen - Der Saisonauftakt am letzten Sonntag im Lebendigen Museum Odershausen erfolgte traditionell mit Schafschur und Grüner Soße.

Inzwischen hat diese weit über Odershausen hinaus bekannte Nostalgieadresse einen großen Stammbesucherkreis aus Nah und Fern. Stets stoßen Gäste hinzu, die dieses ungewöhnliche Museum erstmals „entdecken“ und in der Regel staunen über die malerische Schau dörflichen Brauchtums und landwirtschaftlicher Oldies.

Das Lebendige Museum trägt seinen Namen zu Recht, denn es wird nicht nur ausgestellt, sondern mit allen Maschinen, Gerätschaften und Materalien wird, wie früher „auf dem Land“ gang und gäbe, gearbeitet und dies den Zuschauern demonstriert.

Neun sogenannte Kellerwald-Skudden brachte Friedrich Heck aus Hundsdorf mit zur Schafschur. Diese anspruchslosen Heidschnucken-Schafe werden aktuell gern eingesetzt im Landschaftsschutz als lebende Rasenmäher. Schäfermeister Armin Weller (Geismar) „entkleidete“ die Skudden ratzfatz in geübter Manier. Pro Tier rund drei Kilo Wolle war die Ausbeute.

An anderen Stationen war die Weiterverarbeitung zu sehen beim Spinnen, Weben und Filzen. Hinzu gesellten sich Stellmacher, Schmied und ein altgedienter Schuhmacher. Rechenmachen und Korbflechten, zwei praktisch völlig von der Bildfläche verschwundene Handwerke, zeigten zwei Brüder aus Homberg.

Zweiter Schwerpunkt an den Aktionstagen sind leibliche Genüsse aus der urgemütlichen Bauernküche. Neben Grüner Soße mit Salzkartoffeln offerierten Museumsfrauen ein natürlich selbst gebackenes opulentes Festtagstortenbuffet.

Wie Museumschef Heinrich Frese berichtete, hat die Anziehungskraft auf dieses Museum noch nicht nachgelassen. Stets strömen rund 500 Besucher nach Odershausen. Etwa 30 Mitwirkende, Museumsvereinsmitglieder und zusätzliche freiwillige Helfer (insbesondere „Frauen am Herd), sind an den Schautagen im Einsatz. Offiziell firmiert die Stätte in einem alten Bauernhof als Museum zur Erhaltung und Pflege dörflicher Bräuche (seit 1997). Der rührige Museumsbetreiber, der Verein zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Traktoren Odershausen, hat derzeit 80 Mitglieder.

Das weitere Programm im Jahresverlauf

Hier ein kurzer Blick auf das weitere Programm 2015: Am 21. Juni ist ein betagter Dampfmaschinen-Koloss der Star, die Küche serviert Schepperlinge, Bauernfrühstück und Blechkuchen.

Flachs, Spinnen, Weben, Schmieden und etliches mehr bietet der Aktionstag am 19. Juli. Auf der Speisekarte: Grüner Kuchen, Klöße mit Dörrrobst, Apfelwein und Hefewaffeln.

Ein großer Waschtag findet am 16. August statt. Auf dem alten Herd in der Küche wird gefüllter Krautkopf zubereitet.

Unter anderem zu Brotbacken und Buttern wird am 20. September eingeladen. Küche: „Wetzesteine“, Weckewerk und Hefekuchen.

Am 18. Oktober ist Keltertag, und es wird Kraut eingehobelt. Kulinarisch angesagt sind Schepperlinge, Apfelpfannkuchen, Blechkuchen und Hefewaffeln.

Den deftigen Schlusspunkt setzt wie immer ein „Waldecker Schlachteessen“ am 8. November.

Stets bereichern Ausstellungen das Angebot mit einem Spektrum von Kaffeekannen und Sammeltassen über Bauernkleidung und bäuerlichen Tonwaren bis Laubsägearbeiten.

Heinrich Frese, Tel. 05621/4497, gibt gern weitere Informationen und trifft Terminabsprache für Sonderführungen außerhalb der Aktionstage.

Von Jürgen Minke

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