Früherer Besitzer schuldete der Stadt 160 000 Euro

Alte Klinik "Parkhöhe" zwangsversteigert: Zahltag für Wildunger Stadtkasse

Zuerst ein Hotel, dann über Jahrzehnte eine Klinik, für einige Wochen wieder ein Hotel und seit Jahren leer stehend. Per Zwangsversteigerung erhielt die alte „Parkhöhe“ gestern Morgen einen neuen Besitzer. Foto: Schuldt

Bad Wildungen. Das überraschte viele Beobachter Freitagmorgen im vollen Saal des alten Fritzlarer Amtsgerichts: Nach einem intensiven Bieterwettstreit, der mit einem Gebot von 110 000 Euro startete, fiel der Hammer am Ende bei der runden Summe von 300 000 Euro.

Der Zuschlag ging an denselben Investor, der von der Stadt das Haus Oestreich für 265 000 Euro erwerben will.

„Auch mein Interesse am Haus Oestreich bleibt bestehen“, bestätigte der Frankfurter im Anschluss an die Zwangsversteigerung gegenüber der WLZ.

Detaillierte Pläne für die Verwertung der früheren Klinik „Parkhöhe“ liegen noch nicht vor. Der neue Besitzer will unter anderem ein Gutachten in Auftrag geben, hat aber grundsätzlich vor, die vorhandene Bausubstanz zu sanieren und nicht abzureißen. Wohnungen und weitere Nutzungen, die im Einzelnen noch nicht fest stehen, sind vorgesehen.

Die Stadt Bad Wildungen hatte das Verfahren der Zwangsversteigerung betrieben. Der frühere Besitzer aus Fernost stand bei der Kämmerei mit rund 160 000 Euro in der Kreide; für vielerlei Gebühren, Grundbesitzabgaben, Säumniszuschläge und Gerichtskosten.

Ein Gutachter hatte den Verkehrswert auf 1 Euro beziffert. Als Mindestbargebot mussten jedoch knapp 6000 Euro aufgerufen werden, um die Kosten der Justiz und die Gerichtskosten der Stadt zu decken.

Bevor der erste Bieter sein Gebot einreichte, machte der Anwalt des bisherigen Eigentümers darauf aufmerksam, dass allein das Grundstück einen Wert von 265 000 Euro darstelle. Wobei das Gesamtareal aus vier Einzelflächen besteht, die aber nicht einzeln ersteigert werden konnten. Die Bauaufsicht stimmte nur der geschlossenen Verwertung der summasummarum knapp 3000 Quadratmeter zu.

Die erzielten 300 000 Euro Versteigerungserlös reichen mehr als aus, um die Außenstände des Schuldners bei der Stadt Bad Wildungen zu begleichen. Der aktuelle Haushalt wird so um 160 000 Euro entlastet, die der Magistrat gedanklich realistischerweise als Verlust bereits abgeschrieben hatte.

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