Kabarettistin Monika Blankenberg zu Gast

Frühreif  bis wurmstichig: Reinhardshausen lacht übers ewig junge Thema "Altern"

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Oma Anna auf dem Abstellgleis im ICE: Mit ihrer Brillensammlung gehört diese Figur stets zum Programm der Kabarettistin Monika Blankenberg. 

Reinhardshausen – Thematisch passendes Kabarett eröffnete die Wildunger Gesundheitswoche in der Wandelhalle.

Die Kölnerin Monika Blankenberg zitierte mit ihrem Programm „Altern ist nichts für Feiglinge“, Mae West, einen Hollywoodstar aus den 1930er Jahren. Eine Erkenntnis, der sich nicht zuletzt Joachim Fuchsberger in seinem gleich lautenden Bestseller anschloss.

Monika Blankenberg erweiterte die Weisheit um ein optimistisches „jung bleiben“. Sie kreierte so ein spezielles Thema für weibliche Kabarettisten, deren Zahl –auch ohne verordnete Quote – ständig zunimmt. Monika Blankenberg nennt auf ihrer Web-Seite 376 Kolleginnen „und ich werde die Zahl ständig erhöhen.“

Der unterhaltsame Abend offenbarte, dass die Kabarettistin gelernte Schauspielerin ist und dies ihr und ihrem Publikum zum Vorteil gereicht - bringt sie doch eine ganze Menge Mimik und Gestik in ihren Vortrag ein.

Bei „aller Diskretion im Alter“ wollte die Blondine im besten Mittelalter vor allem „die Flucht nach vorne antreten: Hier bin ich, jung, dynamisch, beweglich, faltenfrei“ und fügte etwas kleinlaut hinzu „das war ich mal“. Von frühreif, reif, vollreif, wurmstichig bis zum Fallobst vollzziehe sich der Übergang schleichend. Zuerst merke man nichts, bis man einmal in den Spiegel schaue und erschrocken feststelle, „was ist mit diesem Mensch passiert? - und vor allem wann?“

Und dann nahm die Kabarettistin ihren Besucherinnen die Hoffnung jung zu bleiben: „Ich sag ihnen gleich, das klappt nicht!“ Sie merke mit schöner Regelmäßigkeit, wenn junge Leute über Alte redeten: „Die meinen ja mich!“

Große Heiterkeit rief die die Kölnerin mit ihren Definitionen aus dem „Sprachbuch für Jugendlich“

„Ich bin aldi“ bedeutet mit korrekt eingefügter Präposition „ich bin bei Aldi“. HInter „Tabus“ verbergen sich keine verbotenen Zonen, sondern „Tausend Bussis“. Wie sollen Kids mit Migrationshintergrund richtig Deutsch lernen, wenn sie hören dass „Alimentenkabel“ ein Penis sei oder ein „Murmelschuppen“, Blumen als „Duftgemüse“ gelten und ein Nordic-Walker als „Stockente“?.

Bei ihren deutschen Landsleuten vermisstedie Kabarettistin die südländische Leichtigkeit und beklagt deren Freudlosigkeit, „dabei hätte ich mich gerne einmal mit der Kanzlerin über Freude unterhalten.“

Ein Gag jagte den nächsten; gelacht wurde am laufenden Band - am lautesten immer dann, wenn Monika statt zweideutig ganz eindeutig wurde und in die allerunterste ihrer kabarettistischen und schlüpfrigen Schubladen griff.

Schließlich riet Blankenberg ihren Besuchern, sich viel zu bewegen: Es sei gut den Körper zu bewegen, während die Seele ruhe, obwohl: „Ich selbst habe es am liebsten umgekehrt.“ -szl-

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