1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Bad Wildungen

Acht Monate Bewährungsstrafe für Einbruch in Bad Wildunger Fürstengalerie

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Symbolbild der Justizia mit verbundenen Augen
Ein 32 Jahre alter Mann musste sich vor dem Schöffengericht wegen Diebstahls und Sachbeschädigung verantworten. (Symbolbild) © Symbolbild: Peter Steffen/dpa - Bildfunk

Ein 32 Jahre alter Mann wurde am Fritzlarer Amtsgericht wegen eines Einbruchs in die Bad Wildunger Fürstengalerie verurteilt.

Bad Wildungen/Fritzlar – „Ich entschuldige mich. Es tut mir leid, es wird nie wieder vorkommen, was passiert ist.“ Das erklärte ein 32 Jahre alter Mann vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Fritzlar. Wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall sowie Sachbeschädigung wurde er zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt, auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Haftbefehl gegen 32-Jährigen aufgehoben

Der aus Serbien stammende Plattenleger muss die Kosten des Strafverfahrens tragen und 2000 Euro an das Kinderhospiz der Stiftung Bärenherz in Wiesbaden zahlen. Der Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben.

Sichtlich erleichtert verließen der Mann und seine neue Ehefrau – Mutter von drei Kindern – den Gerichtssaal. Aus erster Ehe hat der Mann bereits zwei Kinder. „Sie werden zu Hause dringender gebraucht als im Gefängnis“, gab ihm Richterin Corinna Eichler während der Urteilsverkündung mit auf den Weg. Die Oberstaatsanwältin hatte neun Monate, der Verteidiger sieben Monate Freiheitsstrafe beantragt.

Zigaretten im Wert von knapp 15 000 Euro aus Fürstengalerie gestohlen

Der Mann, der jetzt in Bochum lebt, muss auch noch 14 752 Euro für den Schaden zahlen, der am 8. Dezember 2020 bei der Straftat in der Fürstengalerie entstand. Für das Gericht stand fest, dass es bei dem Diebstahl einen zweiten Täter gegeben hatte. Dessen Name ist aktenkundig – dieser Beschuldigte konnte aber nie ermittelt werden.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft hatten sich die beiden Männer gewaltsam Zutritt zum Einkaufszentrum verschafft. Sie brachen ein Fenster eines Bekleidungsgeschäftes auf, schlugen zwei Löcher in die Wand und stahlen aus dem angrenzenden Tabakgeschäft Zigaretten im Wert von 14 752 Euro. Um die Spuren zu verwischen, entleerten sie einen Feuerlöscher. Der 32-Jährige wurde kurz danach von einer Polizeistreife festgenommen. Der Mittäter flüchtete und ist bis heute auf freiem Fuß.

Bei dubiosen Immobiliengeschäften viel Geld verloren

Der Sachverhalt sei zutreffend, und das sei seinem Mandanten „massiv unangenehm“. So formulierte es der Pflichtverteidiger nach dem Verlesen der Anklageschrift. Es sei „eine dämliche Nummer“ gewesen. Der Fall habe dem bisher nicht vorbestraften Angeklagten viel Ärger bereitet.

Vorher schon habe sein Mandant bei einem dubiosen Immobiliengeschäft viel Geld verloren. Vor der Tat in Bad Wildungen sei er „an einen Mann geraten“, der ihm offeriert habe, wie man schnell an Geld komme.

Es sei seinem Mandant klar, „dass das ein Fehler war und sich derartiges nie wiederholen wird.“ Der 32-Jährige lebe bei seiner Ehefrau, habe einen festen Arbeitsvertrag und warte sehnsüchtig darauf, arbeiten zu dürfen. Dazu fehle noch die Zustimmung der Ausländerbehörde.

Oberstaatsanwältin: Bewährungsstrafe soll Warnung sein

Eine Polizeibeamtin sagte als Zeugin, der Beschuldigte sei bereits 2017 mit einer fünfköpfigen, bundesweit agierenden Gruppe in Verbindung gebracht worden, die nach einer Kontrolle in Frankfurt vorübergehend festgenommen wurde. Dabei sei er aber nur Mitläufer gewesen, ergänzte ein Polizeibeamter. Der Beschuldigte habe mitgemacht, weil ihm Geld versprochen wurde. Der Rädelsführer aus Kassel sei aber nie ermittelt worden, „es gab keine Spuren“.

Die Oberstaatsanwältin erklärte im Schlussvortrag, der Angeklagte habe sich zu der Tat in der Fürstengalerie „geständig eingelassen“. Man könne ihm aber keinen gewerbsmäßigen und auch keinen Bandendiebstahl nachweisen. Da er eine positive Sozialprognose habe, solle ihm eine Bewährungsstrafe eine Warnung sein.

„Nach der Festnahme hat er reinen Tisch gemacht. Er ist nicht im organisierten Verbrechen zu Hause.“ Das erklärte der Verteidiger im Schlussvortrag. Sein Mandant habe Fehler gemacht, weil er Schulden gehabt habe. Er habe gelobt, nicht mehr straffällig zu werden. Das beteuerte der Angeklagte dann auch in seinem so genannten letzten Wort. (Manfred Schaake)

Auch interessant

Kommentare