Fürstengalerie-Stellplätze ab Samstag nicht mehr bewirtschaftet · Neuer Pächter gesucht

Apcoa raus aus dem Parkhaus

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Bad Wildungen - Stammkunden der Fürstengalerie Bad Wildungen haben es mitbekommen. Es ändert sich manches.

Vor einiger Zeit verschwanden die Bänke, die im Hauptgang Gelegenheit zu einer kleinen Rast boten. Sehr zum Leidwesen vor allem älterer Kunden. „Ich ziehe die Konsequenz und kaufe dort nicht mehr ein“, meinte ein Ruheständler aus dem Edertal gar, der sich kürzlich in der WLZ-Redaktion über den Abbau der Bänke beschwerte.

Doch sie waren nicht das Einzige, was weichen musste. Auch die sogenannten Passantenstopper, Aufsteller mit Werbung, die Kunden in die Geschäfte locken sollen, oder Kleiderständer wurden aus dem Gang entfernt. Nach Angaben aus Mieterkreisen hatte ein Vertreter des Gebäudeeigentümers diese Schritte angeordnet. Die Begründung: Brandschutzauflagen. Die Rettungs- und Fluchtwege in einem solchen Einkaufszentrum oder einem vergleichbaren öffentlich zugänglichen Gebäude dürfen nicht versperrt werden. Im Notfall stellten die Bänke möglicherweise lebensgefährliche Hindernisse dar, weil fliehende Menschen bei einer Panik über sie stolpern könnten.

Die zuständige Mitarbeiterin der Eigentümergesellschaft, der Taurus Investment in München, war gestern am späteren Nachmittag nicht mehr erreichbar, sodass die offizielle Bestätigung dieser Informationen aus Mieterkreisen noch aussteht.

Gesichert ist jedoch eine weitere Nachricht: Die Parkhausgesellschaft Apcoa bewirtschaftet die Flächen auf dem Dach der Fürstengalerie nicht länger. Sie kündigte vor wenigen Tagen den Inhabern der Dauerparkkarten und bestätigte gestern auf WLZ-FZ-Anfrage ihr Ausscheiden aus der Bewirtschaftung.

Auf wessen Betreiben der auslaufende Vertrag nicht verlängert wurde, war gestern nicht zweifelsfrei zu klären. Auch die Taurus Immobilien bestätigte aber das Ende der Vertragsbeziehung bezüglich der Fürstengalerie. Man sei auf der Suche nach einem neuen Pächter.

Bis er gefunden ist, bleibt das Parken ab 1. Juni bis auf Weiteres kostenfrei auf den Parkdecks möglich, teilte eine Mitarbeiterin der Taurus gestern auf Anfrage mit. Die spannende Frage bleibt, wie es mit den zum größten Teil ungenutzten Stellflächen in Zukunft weitergeht.

Von den Wildungern, Edertalern und anderen Stammkunden der Fürstengalerie ist das Parkhaus nie in größerem Umfang angenommen worden. Über die Ursachen lässt sich trefflich spekulieren. Der Tausch der Ein- und Ausfahrt, der mit Unterstützung der Stadt Bad Wildungen vor einiger Zeit erfolgte, hat die Parkdecks nicht, wie erhofft, belebt.

Für die Verhältnisse auf dem Land sind die Auffahrten zu schmal. Das Risiko, sich einen Blechschaden oder Macken an den Rädern einzufangen, sei zu groß, ist häufig von Autofahrerinnen und -fahrern zu hören, die das Parkhaus meiden. Anfangs waren die Gebühren ein Thema, doch da sie bei Einkäufen etwa im tegut zum Großteil erstattet werden und auch die Parkplätze in der Stadt mittlerweile alle gebührenpflichtig sind, fällt dieses Argument nicht mehr so sehr ins Gewicht.

In Kassel, wo erheblich schwieriger zu befahrende Parkhäuser existieren (siehe beispielsweise Städtische Kliniken), wäre das Fürstengalerie-Deck aller Wahrscheinlichkeit nach bestens ausgelastet mit seiner offenen Architektur, praktisch ohne die berühmt-berüchtigten Angst-Räume.

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