SSV Armsfeld beginnt am Samstag die Festwoche zu seinem 40-jährigen Bestehen

„Apfelkornballett“ lädt zu großer Sause ein

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Aus den 80ern: Spielszene der Herrenmannschaft iound Aufstellung zum Freundschaftsspiel zwischen den Armsfelder Damen (links) und dem Damenteam aus Mandern.

Bad Wildungen-Armsfeld - „Manche nennen uns Apfelkornballett, wir nennen uns Cosmos Armsfeld.“ Mit diesem Spruch beteiligte sich der SSV Armsfeld in den 80er Jahren an einem Festumzug.

Es war die Zeit, als „Kaiser Franz“ seine letzten aktiven Fußballjahre bei Cosmos New York einleitete und die Armsfelder in Trikotsätzen aufliefen, die in ihrer Farbgebung an den quietschsüßen Schnaps erinnerten. Der SSV Armsfeld war damals gewissermaßen gerade dem Grundschulalter entwachsen. Der zweite Fußballplatz des jungen Vereins war fertig geworden und seit wenigen Jahren ging man in der Spielgemeinschaft mit Hundsdorf auf Torejagd.

Nächsten Samstag richten die Armsfelder ihren dritten Keilercup aus und starten damit in eine Festwoche zum 40-jährigen Bestehen des Clubs. „Ohne den inzwischen verstorbenen Gerd Rühl hätte es den SSV wohl nie gegeben“, sagt Heinrich Heintzemann, Ortsvorsteher und 25 Jahre lang im Vorstand aktiv, unter anderem als Vorsitzender.

Rühl stammte aus Wuppertal und suchte sich in seiner neuen Heimat im Kellerwald Mitstreiter, denen der Sinn nach Fußball, Kameradschaft und Geselligkeit stand. „Der SSV hat viel zusätzliches Leben ins Dorf gebracht“, unterstreicht Heintzemann. Das äußere sich etwa in den Karnevalsveranstaltungen, zu denen die Fußballer seit 35 Jahren einladen. Auch diesen Impuls hatte Gerd Rühl einst gegeben. Überdies wurden viele Busfahrten zu reizvollen Zielen organisiert.

Knapp 30 Gleichgesinnte hoben den Verein im Sommer 1975 aus der Taufe. Ein bunter Generationenmix sei das gewesen. „Es waren auch viele dabei, die sonst nichts mit Fußball am Hut hatten“, erzählt der Ortsvorsteher.

Doch alle packten kräftig mit an, um den ersten Fußballplatz fürs Dorf selbst herzurichten. In einer Nacht- und Nebelaktion eines Wochenendes verlegten die Helfer den Kinderspielplatz an die Stelle, an der er sich heute befindet und schufen so den nötigen Raum fürs Rasen-Viereck. Das zeichnete sich unter anderem aus durch ein deutliches Gefälle zum heutigen Mehrgenerationenhaus und zum heutigen Sportheim hin. Die Zäune um den Sportplatz wurden selbst installiert, ein Bolzplatz für die Jugend gebaut.

Ihre erste offizielle Begegnung bestritten die Armsfelder im Waldecker Pokal gegen die Nachbarn aus Braunau.

„Ist nicht gut für uns ausgegangen“, verrät Heintzemann kopfschüttelnd mit einem Schmunzeln. „An das Ergebnis erinnert sich heute im Verein niemand mehr“, bekräftigt Maik Wilhelmi vom aktuellen Vorstand und lacht.

Schon 1981 baute der SSV mit Unterstützung der Stadt den heute noch bestehenden Sportplatz. „Unter ihm liegt die Kanalisation, denn zunächst sollte das Sportheim oberhalb der Spielfläche gebaut werden“, sagt Heintzemann. Es kam anders. Das Sportheim steht heute zwischen dem Platz und dem zum Mehrgenerationenhaus umgewandelten DGH. Die Stadt steuerte seinerzeit 5000 D-Mark zum Bau bei.

Das Gebäude ist der Vereinstreffpunkt für aktuell rund 180 SSVer, berichtet Vorstandsmitglied Carsten Sunkovsky. Zu Spitzenzeiten brachte es der Verein auf 260 eingetragene Getreue.

Sehr früh widmeten sich auch Frauen aus dem Dorf dem Fußball. Allerdings beteiligten sie sich nicht am regulären Spielbetrieb. Heute treten die verbliebenen Fußballerinnen mangels Spielerinnen zu Begegnungen auf dem Kleinfeld an.

Zu den unbestrittenen Höhepunkten der Vereinsgeschichte zählen die internationalen Pfingst-Jugendturniere Ende der 80er bis in die 90er Jahre hinein. Die Armsfelder hatten die Organisation von den Dodenhäusern übernommen. Austria Wien, Teams aus Dänemark oder Holland fühlten sich genauso wohl im Kellerwalddorf wie heimische Jugendmannschaften. „In einem Jahr hatten wir 600 Jugendliche und verteilten zehn Zentner Pommes in drei Tagen“, erinnert sich Heintzemann. Ein Discoabend stärkte den Zusammenhalt der großen Schar D- bis A-Jugendlicher. „Es gab nie irgendwelche Probleme“, sagt der frühere Vereinsvorsitzende zufrieden.

Die Turniere gibt es zwar nicht mehr, aber die Jugendarbeit liegt dem SSV in bewährter Manier am Herzen. Eine selbstständige Bambini-Truppe und E-Jugend belegen das. Sie zeigen ihr Können während der anstehenden Festwoche, in der ein Festkommers mit Ehrungen nicht fehlen darf (Details zum Programm siehe Kasten).

Programm

Samstag, 13. Juni: ab 11 Uhr, dritter Armsfelder Keiler Cup. Montag, 15. Juni: ab 17.30 Uhr, Mini-Turnier, G-Junioren.

Dienstag, 16. Juni: ab 17.30 Uhr, Mini-Turnier, F-Junioren.

Mittwoch, 17. Juni; ab 17.30 Uhr, Mini-Turnier E-Junioren und Frauen.

Donnerstag, 18. Juni: ab 19 Uhr, Mini-Turnier Altherren.

Freitag, 19. Juni, ab 19.30 Uhr, Festkommers, Mehrgenerationenhaus Armsfeld. Samstag, 20. Juni: Waldecker Pokalendspiele; 10.45 Uhr, E-Juniorinnen; 11.45 Uhr, E-Junioren; 12.45 Uhr, D-Juniorinnen; 14.15 Uhr, C-Juniorinnen; 15.50 Uhr, B-Juniorinnen.

Sonntag, 21. Juni: Waldecker Pokalendspiele: 11.30 Uhr, D-9-Junioren; 12.45 Uhr, C-Junioren; 14.30 Uhr, B-Junioren; 16.05 Uhr; A-Junioren. Fürs leibliche Wohl der Gäste ist an allen Tagen bestens gesorgt, versprechen die Veranstalter vom SSV.

Von Matthias Schuldt

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