Auch an Hobby-Biker denken

Bad Wildunger Parlament beschließt Beitritt zum Zweckverband „Grenztrail“ unter Vorbehalt

Wildungen macht beim „Grenztrail“ mit: Mindestens ein „Singletrail“ sollte alltagstauglich sein und nicht nur auf Profis unter den Mountainbikern zugeschnitten sein, wünschen sich die Stadtverordneten. Archiv
+
Wildungen macht beim „Grenztrail“ mit: Mindestens ein „Singletrail“ sollte alltagstauglich sein und nicht nur auf Profis unter den Mountainbikern zugeschnitten sein, wünschen sich die Stadtverordneten.

Unter Vorbehalt stimmte die Stadtverordnetenversammlung in Bad Wildungen den Beitritt zum Zweckverband „Grenztrail“ zu.

  • Das Bad Wildunger Stadtparlament hat unter Vorbehalt den Beitritt zum Zweckverband „Grenztrail“ beschlossen.
  • Die jährlichen Kosten für die Mitgliedschaft der Stadt Bad Wildungen sollen auf 45 000 Euro gedeckelt werden.
  • Mindestens ein „Singletrail“ in der Bad Wildunger Gemarkung soll alltagstauglich ausgebaut werden.

Bad Wildungen – Obwohl noch Fragen zum Streckenverlauf und den Ausbauvarianten offen sind, hat das Stadtparlament den Beitritt zum Zweckverband „Grenztrail“ beschlossen.

„Signal zur Beteiligung an einem europaweit einmaligen Projekt“

Bürgermeister Ralf Gutheil wertet dies als „deutliches Signal aus Bad Wildungen zur Beteiligung an einem europaweit einmaligen Projekt.“

Den Ausschüssen wurde der Projektstand vorab bereits ausführlich erläutert. „Bei der Präsentation stellte sich heraus, dass der Grenztrail nicht das ist, was wir uns vorgestellt haben, nämlich einen Rundkurs im Kreis, sondern es ist ein Thementrail“, merkt Finanzausschussvorsitzender Helmut Simshäuser in der Parlamentssitzung in der Wandelhalle an.

Das heiße: Von vorhandenen Radwegen zweigen angelegte Trails ab – jeder unter einem anderen Schwerpunkt. Thema in Bad Wildungen ist die Gesundheit. Wie das allerdings in der Praxis aussehen könnte, ist vielen Abgeordneten nicht klar.

Nicht nur an die Profis denken

„Wir haben zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch eine Fülle von Fragen“, sagt Dr. Hans Schultheis (Freie Wähler). Dabei gehe es um die besondere Situation mit vielen Rollstuhlfahrern und um mögliche Konflikte, etwa mit Wanderern oder Reitern. Das Problem kritischer Begegnungen gebe es auch in anderen Bereichen des Trails, erläutert Bernd Wecker vom Planungsbüro Bioline. Auch in Diemelsee und Willingen seien viele Wanderer unterwegs. „Diddie Schneider ist einer der weltbesten Streckenplaner und -bauer, wir sollten uns auf seine Expertise verlassen.“

Auf jeden Fall sollte der Trail auch Hobbyradfahrer ansprechen, meint Matthias Biederbeck (CDU): „Für mich ist es wichtig, dass die Strecke alltagstauglich ist und nicht nur von Profis genutzt werden kann.“ Laut Wecker werden Trails in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angelegt, die je nach Ausbauvariante auch für „normale Mountainbiker“ geeignet seien. Zum Sponsoring entlang der Strecken liegen laut Wecker inzwischen viele Anfragen aus der internationalen Fahrradindustrie vor.

Beschlossen unter Vorbehalt

Vorbehaltlich einer verbindlichen Erklärung des Landkreises Waldeck-Frankenberg, dass die jährlichen Kosten für die Stadt Bad Wildungen auf 45 000 Euro gedeckelt werden, beschließt das Parlament in der öffentlichen Sitzung am Montagabend schließlich den Beitritt zum Zweckverband Grenztrail und stimmt dem Satzungsentwurf zu.

Die Stadt Bad Wildungen soll von Kosten für die Mitgliedschaft im Zweckverband freigestellt werden, die 2020 und 2021 über 56 700 Euro pro Jahr hinausgehen. Ab 2022 sollen diese Kosten – wie schon vom Kreis signalisiert – auf 45 000 Euro gedeckelt werden. Die Lage der Trails im Wildunger Gebiet sowie deren Ausbauart will der Planungsausschuss beraten. Wenigstens ein Singletrail im Stadtgebiet soll alltagstauglich ausgeführt werden, fordert das Parlament. (Cornelia Höhne)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare