Marionetten unterwegs im Dienst des Sucht- und Gewalt-Vorbeugeprogramms "Papilio"

Augsburger Puppenkiste weckt Kobolde im Kind in Wildunger Wandelhalle

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"Heulibold" und "Zornibold" sind sich zu Beginn noch gar nicht einig mit Kita-Kind "Paula" (rechts): Mit Kobolden bringt die Augsburger Puppenkiste Kindern die Erkenntnis nah, dass sich niemand für seine Gefühle schämen oder sie gar verbergen muss.

Bad Wildungen. Starke Kinder, die offen über ihre Gefühle sprechen, starke Kinder „mit Flügeln“ – mit ihnen beugt die Gesellschaft am besten Drogenkonsum und Gewalt vor.

Von dieser Überzeugung ist das Präventionsprogramm „Papilio“ getragen, das am Montag mit einer Aufführung der „Augsburger Puppenkiste“ in der Wandelhalle gastierte.

„Freudibold“, „Zornibold“

Das Stück „Paula und die Kistenkobolde“ thematisiert die Gefühle von Menschen und zeigt auf, dass sich niemand seiner Emotionen schämen, geschweige denn sie verbergen muss. Mädchen und Jungen im Alter zwischen drei und sechs Jahren – Zielgruppe von „Papilio“ – aus den Wildunger Kitas Friedenskirche, Odershausen, Lebenshilfe, Webers, Reinhardshäuser Hadekin und aus dem Edertaler Kiga Hemfurth-Edersee – verfolgten gebannt, wie ein Kobold nach dem anderen auf der Bühne aus der Kiste hüpfte.

Sie tragen die Namen „Freudibold“, „Heulibold“, „Zornibold“ oder „Bibberbold“ und repräsentieren die zentralen Gefühle Freude, Traurigkeit, Wut und Angst. Dem Kindergartenkind „Paula“ berichten sie von ihren Sorgen und Ansichten, lassen sich trösten oder beruhigen. Gemeinsam mit Paula finden die strubbeligen Kerlchen einen Weg, mit Gefühlen umzugehen, die eigenen mit den Anderen zu teilen und Verständnis füreinander zu entwickeln.

Das Papilio-Programm

Das Papilio-Programm besteht unter anderem aus Fortbildungen für Erzieherinnen, Informationen für Eltern und vielerlei Aktionen in den und für die Kindertagesstätten. So lernen die Kinder im Rahmen eines Spiels beispielsweise, in der Gemeinschaft eigene, soziale Regeln aufzustellen. Die Touren der Augsburger Puppenkiste durchs Land bilden ein besonders beliebtes Element.

Einrichtungen, die sich dem Programm besonders intensiv widmen, schließen es mit einem Zertifikat ab. „Zwölf zertifizierte Papilio-Kitas haben wir im Landkreis“, berichtet Ulrike Ritter von der Fachstelle Suchtprävention des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg. In ganz Hessen finden sich 80 Einrichtungen mit dem Siegel. In der Summe 250 Kigas und Kitas haben sich zudem bislang an Papilio-Fortbildungen im Bundesland beteiligt.

Die Perspektive

„Papilio wird weiterentwickelt“, fügt Ulrike Ritter hinzu. Ein Elternclub und das Thema Integration würden aktuell vorbereitet. Außerdem sind neue Programme für Kinder unter drei Jahren und zwischen sechs und neun geplant. Weitere Infos gibt es im Netz auf www.papilio.de. Kontakt im Landkreis: Ulrike Ritter / Katharina Dankwort, Tel. 05631/5069960, E-Mail: praevention.dwwf@ekkw.de.

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