Gestorben auf Kreta an einer Kriegsverletzung

Am 8. August ist der 350. Todestag Josias II. von Wildungen-Waldeck

Josias II. von Waldeck: Dieser Kupferstich des Grafen stammt von Matthäus Merian dem Jüngeren. Foto: PR/Schlossfreunde

Bad Wildungen – Am Donnerstag vor 350 Jahren starb Graf Josias II. von Waldeck-Wildungen auf der Mittelmeerinsel Kreta.

Nur wenige Jahre war es ihm beschieden, von Schloss Friedrichstein aus die Geschicke des Wildunger Teisl der Grafschaft Waldeck zu lenken. Als Offizier in fremden Diensten vergrößerte er seine Reputation und sein Budget. Schon bald nach Antritt seiner Regentschaft schmiedete Graf Josias Pläne zum Umbau und zur Erweiterung des Wildunger Schlosses. Eine große Anlage sollte entstehen mit dreieckigem Grundriss und imposanten Ecktürmen. Aber es kam nicht zur Ausführung. Sein Lebensweg verlief anders.

Seit 45 Jahren versuchte die Republik Venedig, ihre Herrschaft auf Kreta gegen die Übermacht der Osmanen zu verteidigen. Als letzte Bastion war ihnen nur noch die Stadt und Feste Candia an der Nordküste geblieben. Die Fürsten von Braunschweig-Lüneburg hatten ein Entsatzheer aufgeboten, das Graf Josias befehligte. Josias II. zog unter der Fahne mit dem Markuslöwen für den greisen Dogen in den Kampf. Mit dem Mut der Verzweiflung hoffte er, das Kriegsglück wenden zu können, aber das war aussichtslos.

Schon bald wurde der junge Graf, der mutig und furchtlos immer in vorderster Linie mit seinen Truppen gekämpft haben soll, von einem Granatsplitter am Bein verletzt. Bei mangelhafter medizinischer Versorgung und ungünstigen klimatischen Bedingungen führte die Verletzung zum Tode.

Am 8. August Überlieferung nach in Anwesenheit seiner engsten Kameraden und des aus Wildungen stammenden Feldpredigers Conrad Leonhard mit den tröstenden Worten: „post nubila Phoebus – auf Regen folgt Sonne!“ Wenige Wochen später mussten die Venezianer und ihre Hilfstruppen kapitulieren und die Insel verlassen. In einer mehrmonatigen Überführung wurde der einbalsamierte Leichnam des Wildunger Grafen in seine Heimat geleitet.

Der Zinnsarg wurde in der Geismarer Kapelle der Stadtkirche beigesetzt. An der Nordwand des Chores ließ ihm seine Witwe zum ewigen Andenken ein prächtiges Epitaph errichten. Dafür gewann sie den bekannten Steinmetz und Bildhauer Heinrich Papen aus Giershagen , der in einem bis zum Deckengewölbe reichenden, höchst kunstvollen Wandgrabmal die Geschichte der letzten Schlacht der Christen mit den Muslimen auf Kreta nacherzählt hat.

Für den Herbst plant die Gemeinschaft der Freunde von Schloss Friedrichstein eine Vortragsveranstaltung anlässlich des 350. Todestages von Josias II. Dr. Peter Witzel aus Korbach erläutert dann das Grabmal in der Stadtkirche bis in die Details. -red-

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