Vorarbeiten für Restaurierung der alten Dorfstelle von Berich

"Ausgrabung" im Ruinenfeld beginnt

Waldeck - Bei herrlichem Spätsommerwetter begannen am Wochenende Vorarbeiten für den geplanten Aufbau der Grundmauern in der alten Dorfstelle von Berich. Das erste Gehöft soll rechtzeitig vor dem Jubiläumsjahr „100 Jahre Edersee“ fertig sein.

Mit Hacke, Schaufeln, Besen und Arbeitshandschuhen räumten am Samstag Helfer des Fördervereins zum Erhalt der Dorfstelle Berich Geröll beiseite und legten Grundmauern frei. Ab Montag, 28. Oktober, errichten darauf Auszubildende der Kreishandwerkerschaft im zweiten Lehrjahr etwa 50 Zentimeter hohe Wände aus Originalsteinen von der Fundstelle. Zum Auftakt wird der Hof Knüppel mit Wohnhaus und Stallungen hergerichtet. „Er war einer der größten Höfe der alten Dorfstelle“, erläutert Waldecks Ortsvorsteher Uwe Neuschäfer als zweiter Vorsitzender des Fördervereins.

Der Verein hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, nach und nach sämtliche Wohnstellen wieder aufzumauern. „Ich hoffe, dass wir in 30 Jahren das Dorf wieder stehen haben“, zeigt sich Neuschäfer zuversichtlich. Der Verein will sich Zug um Zug von hinten in Richtung Denkmal vorarbeiten. „Es ist ein Langzeitprojekt“, weiß Neuschäfer. Aber wenn alle Hofstellen aufgemauert sind, sei das Edersee-Atlantis eine besondere Attraktion. Wenn der sinkende Wasserspiegel im Herbst das überflutete Berich freigibt, könnten Touristen durch die Dorfstraßen laufen. – Eine reizvolle Ruinenschau auf dem trockenen Seegrund. Geplant sind Informationstafeln für jedes Haus.

Bei den Aufräumarbeiten am Samstag spielte der Zufall in die Karten: Helfer legten überraschend 20 Quadratmeter Pflaster vom Hof frei. „Wenn man noch die Straßenzüge unter dem Schlamm wiederfindet, ist das eine tolle Sache“, ist sich Neuschäfer sicher.

Noch nicht klar ist, was mit den eingestürzten Kirchenpfeilern passieren soll. Stück für Stück des großen Dorf-Mosaiks wollen Helfer in den nächsten Jahrzehnten zusammentragen. Die Genehmigungen für den Aufbau hat sich der Förderverein bereits im vergangenen Jahr von Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden, der unteren Wasserbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg und der unteren Naturschutzbehörde geholt. Entscheidender Vorteil für die Erlaubnis durch das WSA sei der Standort. „Die alte Dorfstelle von Berich liegt in der Taucherzone, da dort keine Boote fahren dürfen, stellen die Mauern auch keine Gefahrenquelle im vollen Edersee dar.“

Dem Förderverein gehören derzeit 36 Mitglieder an. Weitere Interessierte sind jederzeit willkommen. Kontakt: Uwe Neuschäfer, zweiter Vorsitzender, Tel. 05623/5299.

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