Rita Breuer und Dr. Judith Breuer zeigen weitere Exponate aus einmaligen kulturgeschichtlichen Sammlungen

Ausstellung im Wildunger Quellenmuseum versprüht Charme historischer  Christbaumständer

Rita Breuer (links) und Dr. Judith Breuer stellen zur Freude von Bernhard Weller zum sechsten Mal rund ums Thema Weihnachten im Quellenmuseum der Wandelhalle aus. Foto: Senzel

Bad Wildungen. „Christbaumständer – vom Charme historischer Tannenbaumfüße“ ist der Titel einer Ausstellung, die am Vormittag des ersten Adventssonntages in der Wandelhalle von Bürgermeister Ralf Gutheil eröffnet wurde.

Als die Einladung zur Ausstellung bei ihm eingeganen sei, habe er sich an das erste Familien-Weihnachtsfest erinnert: mit Diskussionen um die richtige Auswahl des Baumes und vor allem des Christbaumständers im Vorfeld: „Wir entschieden uns dann für ein Gusseisenmodell, der Nachbildung eines Biedermeierständers, der bis heute gute Dienste tut“.

Opulente Optik der historischen Christbaumständer

Die aktuelle Ausstellung von Rita Breuer und ihrer Tochter Dr. Judith Breuer biete eine opulente Optik, von der einfachsten Bastelei aus Holz über zahlreiche gusseiserne Exemplare bis hin zum drehbaren Metallständer mit eingebauten Weihnachtsmelodien. Das unterstrich Museumsleiter Bernhard Weller. So gewinne der Besucher einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung des Christbaumständers „und vielleicht auch noch Anregungen, das moderne Kunststoffelement, das sie letztes Jahr angeschafft haben, durch ein kunstvolleres Teil zu ersetzten“.

Die Breuerschen Ausstellungen verlören sich nie im oberflächlichem Glanz oder Stolz auf die Objekte, unterstrich Weller. Es gehe immer auch um Information, um Wissensvermittlung, um Aufklärung und um kritische Distanz zum Gegenstand: „Gründlich Recherche geht dem Ganzen voraus und liefert dem Betrachter wertvolle Erkenntnisse.“

Die Historie der Christbaumständer begann mit Improvisation

Die ersten Christbaumständer waren improvisiert, etwa Holzklötze, in denen der Baum verkeilt wurde oder alte Töpfe, Eimer und Fässer, mit nassem Sand beschwert, der zugleich als „Steckmasse“ diente.

Rita Breuer: „Ein Christbaumständer aus einem zweckentfremdeten Melkschemel war ganz sicher keine Geschmacksverirrung, sondern offenbarte eher ein hohes Maß an Bauernschläue.“

Die Ausstellung holt den Christbaumständer aus dem Schatten des Baumes heraus und lädt dazu ein, seiner Geschichte nachzuspüren, die anhand zahlreicher Exponate anschaulich und umfassend dokumentiert wird. Viele der Exponate haben in Kellern und auf Dachböden überdauert und präsentieren gleichermaßen Kultur- und Industriegeschichte, Handwerkskunst, Phantasie und Erfindergeist der Ideengeber, Schlichtheit und Luxus, Stabilität und Schönheit.

Die Ausstellung „Christbaumständer“ in der Wandelhalle ist bis zum Sonntag, 27. Januar geöffnet.

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