Exponate des Künstlers Thomas Graupner:

Ausstellung in der Bad Wildunger Stadtkirche fragt: Kreuzweg oder Kreuz weg?

Bilder, die zum Nachdenken anstoßen: Pfarrerin Kerstin Hartge und der Künstler Thomas Graupner vor der achten Kreuzweg-Station „Erwartung“. Foto: Senzel

Bad Wildungen – Während eines Gottesdienstes in der Stadtkirche eröffnete Pfarrerin Kerstin Hartge die Ausstellung „Kreuzweg 2019“ mit Arbeiten von Thomas Graupner.

Nach seiner Ausstellung „Hoffnung“ vor zwei Jahren präsentiert der Wildunger Künstler mit seinem „Kreuzweg“ zum zweiten Mal eine Auswahl seines Schaffens in der Stadtkirche.

Kerstin Hartge ging in ihrer Predigt auf die Exponate von Graupner ein: Mit „Kreuzweg 2019“ sei der Titel auf den ersten Blick ganz schlicht gewählt, beim zweiten Hinschauen wirke er schon anregend: „Ist es ein Kreuzweg, oder wünschen wir uns das Kreuz weg?“ Das sei schon immer ein Holz des Anstoßes gewesen, zumal es groß und mit einem Korpus dargestellt werde, wie in der Stadtkirche über dem Altar seit 500 Jahren. „Was sehen wir wenn wir aufs Kreuz blicken?“, fragte Kerstin Hartge, „und „wovor schließen wir die Augen, was verdrängen wir, wen wir das Kreuz nicht sehen wollen?“

Besagtes Kreuz taucht in den Bildern von Thomas Graupner allein an der ersten Station des Weges auf, die den Titel „Angst“ trägt. Danach folgen weitere acht Stationen: Fotocollagen in Schwarz-Weiß mit weiteren gehaltvollen Titeln wie Schuld, Pflicht, Last, Mitleid, Würde, Vertrauen, Erwartung und Veränderung. Kerstin Hartge: „Sie laden ein zum Hinsehen und zur Auseinandersetzung; zugleich ist jede Station verknüpft mit einer Passage aus der Passionsgeschichte, wie sie die Evangelisten erzählen.“

Fast alle Motive hat der Künstler in der Natur entdeckt und mitten in der Heimatstadt. Er wolle mit seinen Motiven zum Kreuzweg einen Denkprozess anstoßen, sagte Thomas Graupner.

Jeder Betrachter seiner Exponate solle angeregt werden darüber nachzudenken, „was bedeutet das Kreuz in meinem Leben und welchen Weg weist mir das Kreuz, oder wünsche ich es mir weg?“

Schließlich gehe es ihm um menschliche Werte und um Wertschätzung. Graupner drückt sie mit einer Installation aus, auf der Bibelworte vermerkt sind, die sich auf die Inhalte der Kreuzwegstationen beziehen. Wer genau hinschaut, kann sich selbst im Spiegel sehen. Abendgebete am Kreuzweg finden bis zum 22. April, jeweils 17.30 Uhr, an jedem Dienstag in der Stadtkirche statt. -szl-

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