Publikum und Aussteller mit Premiere am Wildunger Maritim zufrieden

Auto- und Gewerbeschau am neuen Standort besticht durch Ambiente

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Bad Wildungen - Eines hat sich nicht geändert trotz Ortswechsels: Der Samstag der Wildunger Auto- und Gewerbeschau war schwach besucht; der Sonntag stieß auf rege Resonanz, trotz der Regenschauern.

Die Gäste widmeten sich während der Güsse den Ständen im Fürst-von-Metternich-Saal des Maritim. Einig waren sich die Aussteller darin, dass der Wechsel vom Schützenplatz ans Hotel mit Blick aufs Ambiente einen echten Gewinn gebracht hat. „Ein wenig hatten wir die Sorge, dass beim Publikum die Hemmschwelle zu groß sein könnte, ins Maritim hineinzugehen“, räumt Bernd Ulrich ein, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wildunger Wirtschaftsförderung (AWWiN). Doch diese Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht einmal im Ansatz, stellt er zufrieden fest. „Das Problem lag eher darin, dass viele im Vorfeld nicht mitbekamen, dass wir einen neuen Austragungsort gewählt haben, der den großen Saal des Hotels einschließt“, berichtet Marcus Seibel, der maßgeblich den Autoschau-Teil organisierte. Beschilderung löste die Schwierigkeit am Sonntag jedoch. Mit Blick auf die Werbung im Vorfeld hat mancher ein Ausstellerverzeichnis vermisst mit den Ortsangaben für die einzelnen Stände. Angeregt wurde auch, die Schau mit einem größer angelegten Brunchangebot des Maritim zu verknüpfen. So ließe sich die Zahl der Besucher steigern und die Höhe der Mietkosten für die Aussteller verringern, meint ein Teilnehmer. Der Preis, den speziell die Autohäuser für das attraktivere Ambiente und die größere Nähe zum Stadtzentrum zahlen, liegt im geringeren Raumangebot, verglichen mit dem Schützenplatz. Aus Seibels Sicht schadet die Konzentration auf eine Handvoll Modelle pro Anbieter jedoch nicht, „weil die Kunden sich in erster Linie für die Neuheiten interessieren.“ Darauf könne man sich konzentrieren. Detlev Golchert und Jens Golchert mit ihrem Brandschutz-Unternehmen sind sehr zufrieden mit dem neuen Standort. Am Sonntag hätten viele Besucher eine halbe Stunde vor der offiziellen Anfangszeit der Gewerbeschau Erkundigungen an den Ständen im Hotel eingezogen. Ab 2016/17 zurückkehren in den Wechsel mit Edertal Auch Uwe Stiel verzeichnete bei der Präsentation seiner Fahrzeuglackiererei viele Gespräche. Wie viele andere, darunter Stadtmarketing-Chefin Ute Kühlewind, wundert er sich aber über die geringe Beteiligung an der Schau seitens der Wildunger Gewerbetreibenden. „Viele, zum Beispiel in der Kernstadt, sind unzufrieden mit der Lage, lassen aber so eine Gelegenheit aus, sich zu präsentieren“, sagt Stiel: Eine Modenschau etwa hätte der Veranstaltung gut zu Gesicht gestanden. Eine mögliche Ursache für die geringe Beteiligung besteht in Edertaler Gewerbeschau zum Michaelismarkt, die im September ansteht. „Eigentlich wollen wir uns mit den Edertalern bekanntlich jahresweise abwechseln“, erläutert Marcus Seibel. Doch weil die Stadt den Wildunger Gewerbetreibenden 2014 den Wechsel an die Wandelhalle verwehrt hatte, fiel die Schau voriges Jahr aus. „Wir wollen 2016 wieder eine veranstalten, um danach wieder in den Zweijahresrhythmus mit den Edertalern zu gelangen“, kündigt Seibel an. Die ablehnende Haltung des Magistrats gegenüber der Wandelhalle als Austragungsort war Thema vieler Gespräche am Wochenende. „Ins Scharnier zu gehen, wie von der Stadtverwaltung gewünscht, ist nicht möglich wegen der Rettungswege, die schwer freizuhalten sind“, bekräftigt AWWiN-Vorsitzender Bernd Ulrich nochmals. Hotelparkett nicht stabiler als Platten vor Wandelhalle Einer der ausstellenden Autohändler meint, wenn der Magistrat die Sorge um den Bodenbelag vor der Wandelhalle als Grund für seine Ablehnung angebe, könne das niemand verstehen, „parken doch seit Jahren immer wieder Dutzende von Oldtimern und schweren Motorräder auf dem Wandelhallen-Vorplatz, dessen Betonplattenbelag übrigens so dick und stabil ist, dass selbst Panzer ihm nichts anhaben könnten“. Sicherlich sei er tragfähiger als das Maritim-Parkett, auf dem Autos Platz fanden, heißt es außerdem.Lange habe man nach einer Alternative gesucht, fügt Ulrich hinzu. Andrea Spangenberg und Maritim-Chef Uwe Hanusch hätten die zündende Idee eingebracht. So scheint das Hotel als Austragungsort für 2016 und weitere Jahre gesetzt.

Nicht noch mehr Veranstaltungen sollen an der Wandelhalle laufen, unterstreicht Erster Stadtrat Bart van der Meer namens des Magistrats: „Nicht wegen des Plattenbelages auf dem Vorplatz – der hält Sattelschlepper aus“, sondern weil der Mangel an Flächen zu wildem Parken an unmöglichsten Stellen führe und die Rasenflächen gerade bei Regenwetter unter Fahrzeugen, Auf-, Abbau und den vielen Menschen auf den Flächen litten. Für die Kritik der Gewerbetreibenden zeigt van der Meer deshalb wenig Verständnis und erinnert daran, „dass der Kurpark auch als solcher genutzt werden soll“, zur Erholung und um Ruhe zu finden. Es gebe genug große Veranstaltungen an der Wandelhalle. Die Auto- und Gewerbeschau dorthin zu verlegen, noch dazu in die Heilquellenschutzzone I (Maritim: Zone II), könne weitere Interessenten auf den Plan rufen, ergänzt Stadtkämmerer Günther Gutheil. Im Scharnier erschwerten Rettungswege die Veranstaltung, gesteht der Erste Stadtrat zu, „aber der Schützenplatz ist groß genug“. (su/szl)

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