Eltern sorgen sich um Kinder an Drückampeln Friedrich-Ebert-/Giflitzer Straße

Autofahrer,die nicht Rot sehen (wollen)

Zwei Drückampeln sollen in Altwildungen den Fußgängern das Überqueren der viel befahrenen Friedrich-Ebert-/Giflitzer Straße erleichtern, doch nach Beobachtungen einiger Bürger halten sich manche Autofahrer nicht daran, wenn die Anlage ihnen Rot zeigt, sondern fahren weiter. Fotos: Schuldt

Bad Wildungen-Altwildungen. - Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden - aber ausgerechnet an einer Fußgängerampel?

An den beiden Drückampeln schräg gegenüber dem Altwildunger Backhaus und vor der Kindertagesstätte verlieren manche Autofahrer die Straßenverkehrsordnung aus dem Blick und fahren, obwohl die Ampel für sie Rot zeigt. Das haben Eltern von jüngeren Kindern beobachtet, berichtet der Altwildunger Markus Luksch. „Ein besorgter Vater hat mittlerweile mehrere Autofahrer angezeigt und bringt seine Kinder täglich über die Ampeln“, berichtet er in einer Mail an die WLZ-Redaktion.

Luksch vermutet hinter dem Verhalten der Autofahrer keine Absicht, sondern glaubt, dass man die Ampeln schnell übersehen kann: die obere, weil sie sich in einem optischen Tunnel befinde und der Autofahrer durch andere Reize abgelenkt werde, die untere, weil sie hinter einer Kurve liegt.

Absichtlich bei Rot gefahren

Das deckt sich allerdings nicht mit einer Beobachtung, die nach Auskunft der Erzieherinnen im Altwildunger Kindergarten vor Kurzem Gesprächsthema war. Ein Autofahrer stand an der auf Rot geschalteten Ampel, wartete, bis ein Kind die Straße überquert hatte und fuhr dann los, obwohl weiterhin das Rot leuchtete.

In welchem Umfang solche Verstöße an den zwei neuralgischen Punkten vorkommen - sie liegen auf Schul- und Kindergartenwegen -, lässt sich schwer abschätzen.

Keine Statistik verfügbar

Statistiken führt niemand. Beim Wildunger Ordnungsamt hat sich vor eineinhalb Jahren jemand über das Phänomen beschwert. Bei der Polizei entsann sich ein Beamter spontan, dass er vor etwa drei Monaten telefonisch eine Anzeige in dieser Frage aufnahm. Herausfiltern lassen sich konkrete Zahlen jedoch nicht.

LED statt Glühbirnen

Zuständig für die beiden Drückampeln ist Hessen Mobil (Amt für Straßen- und Verkehrswesen) in Bad Arolsen. Jörg Wienand vom Dezernat Verkehr hält es für unwahrscheinlich, dass Autofahrer das rote Lichtsignal an den beiden Ampeln übersehen: „Früher saßen in den Anlagen Glühbirnen und Spiegel. Da konnte es bei ungünstigem Sonnenstand passieren, dass nicht klar zu erkennen war, ob die Ampel Rot oder Grün zeigt.“ Beide Altwildunger Anlagen seien aber seit Jahren mit LED-Licht ohne Spiegel ausgestattet, so dass die missverständlichen optischen Effekte früherer Jahre ausgeschlossen seien. „Bei der unteren Anlage handelt es sich sogar um eine Schlafampel, die kein Grün zeigt, sondern sofort auf Gelb und dann Rot umspringt, wenn Fußgänger den Schalter betätigen“, erklärt er. Solche Schlafampeln bergen nach Auskunft des Hessen-Mobil-Mitarbeiters ein noch geringeres Risiko, vom Autoverkehr übersehen zu werden. Auch die Position der Altwildunger Ampeln hält Wie­nand für unkritisch; aus seiner Sicht keine Erklärung für das beobachtete verkehrswidrige Verhalten von Autofahrern.

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