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Autofreier Marktplatz in Bad Wildungen geplant

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Von: Cornelia Höhne

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Exponierte Lage: Für das Haus in der Brunnenstraße 34 wird eine Nutzung gesucht, die Leben in die Altstadt bringt.
Exponierte Lage: Für das Haus in der Brunnenstraße 34 wird eine Nutzung gesucht, die Leben in die Altstadt bringt. © Cornelia Höhne

Die Bad Wildunger Altstadt soll als Wohn- und Lebensraum attraktiver werden, aus dem Förderprogramm „Lebendige Zentren“ soll über eine Million Euro an Zuschüssen für verschiedene Projekte beantragt werden.

Bad Wildungen - Konkrete Ideen für Projekte sind bereits gereift, die Chancen zur Umsetzung werden nun geprüft. Zur Entwicklung der Altstadt sollen aus dem Fördertopf „Lebendige Zentren“ für 2022 Zuschüsse in Höhe von 1,13 Millionen Euro beantragt werden.

Der „Löwenanteil“ mit 800 000 Euro ist für den ersten Bauabschnitt zur Gestaltung des Rathausumfelds vorgesehen. Das Rathaus mit Marktplatz und Kirchplatz befinde sich in prominenter Lage, die Gestaltung indes bleibe weit hinter dem ideellen Wert zurück, urteilen die Planer des Stadtentwicklungsbüros Projektstadt aus Kassel.

Der neue Marktplatz soll autofrei, die Fußgängerzone bis zur Lindenstraße verlängert werden. Aus dem Marktplatz, der aktuell – wie schon vor 100 Jahren – durch schlichten Charme besticht, soll ein Veranstaltungs- und Aufenthaltsort werden.

Bestandsanalyse: Das Haus in der Kornstraße 4 bei der Stadtbücherei.
Bestandsanalyse: Das Haus in der Kornstraße 4 bei der Stadtbücherei. © Cornelia Höhne

Im Kreuzungsbereich Kornstraße/Graue-Turm-Straße schlagen die Stadtentwickler einen „Rathausplatz“ vor. Neue Stellpatzflächen für Fahrzeuge lassen sich an der Ranzenstraße ausweisen. Der Kirchplatz wird auf Wunsch der Kirchengemeinde in die Umgestaltung einbezogen.

Häuser in Kornstraße und Brunnenallee im Fokus

Für ältere Fachwerkhäuser in städtischem Besitz in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses sind Machbarkeitsstudien geplant, um die Entwicklungschancen einer künftigen Nutzung aufzuzeigen. Dafür sind 50 000 Euro aus dem Fördertopf für die Kornstraße 4 – gegenüber der Stadtbücherei – und das Nachbargebäude Graue Turm-Straße 9 angedacht. Beide Häuser sind wegen fehlender Investitionen nur eingeschränkt nutzbar.

Den schlichten Charme bewahrt: Der Marktplatz in Bad Wildungen auf einer Ansichtskarte, die im Jahr 1919 abgestempelt wurde. Sammlung: Stefan Wilhelmi/pr
Den schlichten Charme bewahrt: Der Marktplatz in Bad Wildungen auf einer Ansichtskarte, die im Jahr 1919 abgestempelt wurde. Sammlung: Stefan Wilhelmi/pr © Sammlung Stefan Wilhelmi/pr

Ideen: Spielscheune und Markthalle

Für das Haus in der Brunnenstraße 34 am Markt-/Kirchplatz wird eine Nutzung gesucht, die den Ort belebt und das Umfeld aufwertet. Über mehrere Jahre soll zunächst ein Büro für Öffentlichkeitsarbeit des Altstadtmanagements dort eingerichtet werden. Weitere Ideen für eine Nutzung: Markthalle, Spielscheune, Gastronomie, Einzelhandel.

Außerdem ist dort der Standort einer öffentlichen Toilette vorgesehen. Die Stadtentwickler schlagen vor, insgesamt 70 000 Euro an Fördergeld für das Projekt Brunnenstraße 34 zu beantragen, inklusive Kostenschätzung.

Parkplätze mit Aufenthaltsbereichen am Roten Hahn prüfen

Ferner im Fokus ist eine Freifläche an der Stadtmauer am Dürren Hagen. Es wird geprüft, ob zwischen Webers Kindergarten und Wehrturm Roter Hahn Parkplätze mit Aufenthaltsbereichen angelegt werden können. Im Fokus ist eine Fläche mit Freizeitgärten und Hütten. Für diese Innenstadtentwicklung wir eine Fördersumme von 20 000 Euro angestrebt.

Ebenfalls enthalten: 64 000 Euro für Fördergebiets- und 12 500 Euro für Altstadtmanagement. Ziel des dafür zuständigen Büros Cima ist es, die Angebotsvielfalt und -qualität in der Altstadt zu fördern sowie Gewerbetreibende und private Eigentümer zu unterstützen. Das so genannte „Anreizprogamm“, das Mittel zur Förderung privater Sanierungsmaßnahmen enthält, soll um 100 000 Euro aufgestockt werden.

Viel Platz, wenig Aufenthaltsqualität: Der Marktplatz soll nach den Ideen der Stadtentwickler zur autofreien Begegnungsstätte werden.
Viel Platz, wenig Aufenthaltsqualität: Der Marktplatz soll nach den Ideen der Stadtentwickler zur autofreien Begegnungsstätte werden. © Cornelia Höhne

Clemens Exner, Projektleiter Stadtentwicklung der Projektstadt, stellte dem Planungsausschuss die Vorschläge ausführlich vor. Das Gremium unter der Leitung von Helmut Simshäuser stimmte dem Förderantrag zu. Am 7. Februar liegt er dem Stadtparlament zur endgültigen Beschlussfassung vor.

Baubeginn nicht vor dem Jahr 2024

Mit einem Baubeginn auf dem Marktplatz rechnet Robert Hilligus vom Bauamt erst Anfang 2024. Zunächst werden die Ideen auf ihre Umsetzungsmöglichkeit geprüft, sagte Hilligus auf WLZ-Nachfrage. Wenn dann die Machbarkeitsstudien zu den einzelnen Altstadt-Projekten vorliegen, werden die Vorschläge und Alternativen öffentlich diskutiert. Bei der Umsetzung könnten die Ergebnisse der noch laufenden Online-Umfrage zu Stärken und Schwächen der Altstadt eine große Rolle spielen.

Die Anwohner seien in die Beteiligungsprozesse eingebunden, bevor Beschlüsse in den politischen Gremien gefasst würden. (Cornelia Höhne)

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