Diskussionen im Planungsausschuss über Umzug an anderen Standort

Bad Wildungen: 1,5 Millionen Euro Fördergeld für Musikschule vorerst auf Eis gelegt

Eine lukrative Förderung für eine Sanierung am derzeitigen Standort liegt vor. Dennoch werden Pläne für einen möglichen Umzug an einen anderen Standort in der Altstadt weiter verfolgt. Foto: Rüsch

Bad Wildungen. In einem Sachstandsbericht über das dringend sanierungsbedürftige Gebäude der Musikschule in der Poststraße gab Stadtplaner Robert Hilligus im Planungsausschuss bekannt, dass Fördergeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro für Sanierung und Ausbau bewilligt sind.

Es stammt aus dem Budget Aktive Kernbereiche, das das Gebiet vom Kurhaus bis zur Poststraße umfasst

Die Sanierung des Gebäudes beinhaltet laut Hilligus die Bereiche Statik, Energie, Brandschutz und Akustik. Angesichts der hohen Kosten wurde als Alternative der Bau eines neues Gebäude berechnet, dessen Kosten sich auf rund 1,2 Millionen Euro belaufen. Als Frequenzbringer gedacht, sollte auch ein möglicher Neubau in der Altstadt angesiedelt werden.

Im Planungsausschuss wurde über die Kosten und Standort sehr strittig beraten, da das Land im Bewilligungsbescheid für die Musikschule die Verwendung der Fördermittel an eine Sanierung des Gebäudes gekoppelt hat. Alternativen, wie Umzug an einen anderen Standort oder Neubauten, werden nicht fördert.

Während Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Nawrotzki (SPD) eher eine Sanierung eines alternativen Gebäudes in der unteren Brunnenstraße favorisiert und sich zusätzlich vehement gegen die Fördermittel-Auflage wehrt, schlug Dr. Hans Schultheis (FW) dem Bürgermeister vor, sofort mit der Sanierung des jetzigen Gebäudes zu beginnen, „denn das Geld bekommen wir sonst nie wieder“, gab er zu bedenken. Ähnlich äußerte sich Marc Vaupel (CDU) zu dem Thema. Nach allen Abwägungen bleibe wohl nur die Möglichkeit der Sanierung in der Poststraße.

Trotz aller Bedenken wurde aus dem Ausschuss jedoch weder ein Antrag formuliert, noch ein Beschluss gefasst. Das Gremium setzt auf weitere Gespräche mit den für Fördermittel Verantwortlichen des Landes Hessen, die Bürgermeister Ralf Gutheil führen soll. Der Rathauschef erklärte, dass er in seiner kurzen Amtszeit schon mehrfach vergeblich versucht habe, Termine in Bad Wildungen zu diesen und anderen Themen zu bekommen. Er will jedoch weiter am Ball bleiben.

Robert Hilligus gab dem Ausschuss zu bedenken, dass die Stadt Bad Wildungen bisher alle Fördermittel, die beantragt worden sind, auch abgerufen hat. Bei einer Nichtinanspruchnahme des bereits bewilligten Betrages zweifelte er eine Aussicht auf Erfolg in einem anderen Programm an. Zeitdruck für den Abruf des Fördergelds bestehe aber derzeit nicht, bestätigte der Stadtplaner auf Anfrage aus dem Ausschuss.

Von Rainer Rüsch

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