Dr. Martin Hein: Auf die Chancen besinnen

Bad Wildungen: Bischof diskutiert mit Ärzten und Pflegenden über Patientenwohl und Wirtschaftlichkeit

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Probst Helmut Wöllenstein, Dezernatsleiterin für Sonderseelsorge, Pfarrerin Nikola Haupt, Ärztlicher Direktor Dr. Matthias auf dem Brinke, Bischof Dr. Martin Hein, Klinikpfarrerin Evelyn Härlin und Regionalleiter Dr. Christian Höftberger.

Bad Wildungen. Die Klinikseelsorge hat Bischof Dr. Martin Hein von der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck bei seinen Besuchen in ausgewählten Kirchenkreisen im Blick: Der Patient müsse im Mittelpunkt stehen.

Im Asklepios-Krankenhaus in Bad Wildungen tauschte er sich mit Ärzten, Pflegekräften und der Geschäftsführung über die Herausforderungen des Gesundheitswesens aus.

Dr. Matthias auf dem Brinke, ärztlicher Direktor der Stadtklinik, bringt die Belastungen auf den Punkt: „Wir treffen jeden Tag Entscheidungen zum Patientenwohl, müssen uns aber auch an ökonomischen Rahmenbedingungen orientieren.“ Das sei nicht immer leicht. 

Dr. Christian Höftberger, Regionalgeschäftsführer für Hessen, betonte, dass sich Patientenwohl und Ökonomie nicht ausschließen, sondern im besten Fall ergänzen. „Ökonomisches Handeln bringt Struktur. Struktur bringt Zuwendung,“ Das Überleben eines Krankenhauses und damit die Versorgung vor Ort sei auch an ein wirtschaftliches Handeln gebunden, das trotzdem immer den Patienten im Blick habe.

„Vom christlichen Weltbild her gesehen ist Gesundheit nicht verfügbar, sondern ein Geschenk“, sagt der Bischof. Wichtig aus Sicht des Bischofs ist es, dass der Patient im Mittelpunkt stehe und in alle Entscheidungen einbezogen werde. Hein ist Mitglied im Ethikrat, der die Bundesregierung bei kritischen Entscheidungen unterstützt und sich zu ethischen Fragen äußert.

Um den Menschen mit seiner eigenen Geschichte ernst zu nehmen, sei es wichtig, das er selbst in Behandlungsgeschehen einstimme und eine gute Behandlungsqualität bekomme. „Kommunikation zwischen Arzt und Patienten ist sehr wichtig. Trotzdem ist und bleibt jede Heilung ein Wunder.“

Den Zusammenhang zwischen Pflege und Behandlungserfolg hob Mizgrab Akgöz, Leiter des Asklepios Bildungszentrums, hervor. Menschliche Zuwendung könne dabei nur schwer durch Technik ersetzt werden. „Pflege ist hochprofessionell und braucht Profis“, sagt Akgöz. Deshalb sei man immer um neue Mitarbeitende bemüht, die mit ganzem Herzen dabei seien. Der Beruf sei spannend und abwechslungsreich. 

Das sagt auch Anne-Kathrin Tripp, stellvertretende Pflegedienstleitung bei Asklepios. „Die Schüler erhalten früh Verantwortung und können im Team mit anderen jungen Mitarbeitenden zusammen arbeiten“, erzählt die Krankenschwester. Die Anerkennung sei eine große Motivation, trotz enger Dienstpläne und einer hohen Arbeitsbelastung. „Die Arbeit macht mich stolz. Gerade die Gespräche mit den Patienten bringen mir viel“, sagte Tripp.

Dieser Einsatz beeindruckte den Bischof. Nicht der Mangel an Pflegekräften müsse betont werden, sondern es gelte, die Chancen herauszustellen. „Pflege kann begeistern. Pflege tut gut. Wir müssen so von Pflege reden, dass wir andere Menschen begeistern.“ (r)

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