Für die Europäische Union kämpfen

Bad Wildungen: Dr. Katja Leikert beim Frühjahrsempfang der CDU

Im Gespräch zum Thema Europa: Dr. Katja Leikert. Foto: Schade

Bad Wildungen – Europa bedeutet für sie Frieden, Freiheit und Stabilität. „Wir können kaufen, investieren und arbeiten, wo wir wollen“, sagt Dr. Katja Leikert.

Sich für diese Errungenschaften weiter einzusetzen und Europa nicht „Männern mit Hundekrawatten zu überlassen“, dazu rief die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion beim Frühjahrsempfang der CDU in der Wandelhalle auf.

Am 26. Mai wählen die Bürger der Mitgliedstaaten ein neues Europäisches Parlament. Trotz Diskussionen und Unstimmigkeiten halten laut Dr. Leikert 86 Prozent der Deutschen Europa für eine gute Idee und möchten mehr Zusammenarbeit auch bei großen Herausforderungen wie Migration oder Klimaschutz. Die Hanauerin rief dazu auf, positiv über Europa zu reden. „Wenn wir uns unterm Strich angucken, was die EU täglich für uns leistet und wir Europa zusammenhalten, stehen uns vielfältige Möglichkeiten offen.“ Sie riet zu überlegen, deshalb etwa den Gesprächsfaden mit einem Victor Orbán aufrecht zu erhalten. „Dass wir immer wieder die Fähigkeit zum Kompromiss unter Beweis gestellt haben, das ist die große Errungenschaft Europas. Das ist das, was uns so erfolgreich und stark gemacht hat.“

Eines der „unerfreulichsten Ereignisse“ sei der Brexit. Bereits jetzt sei Schaden entstanden verwies sie auf die Schließung der europäischen Arzneimittelagentur in London und den Umzug nach Amsterdam. Dies verursache Arbeit und Kosten, London verliere zudem 900 Arbeitsplätze. Ein ungeregelter Brexit soll vermieden werden. Ein Ausweg könne eine Verschiebung des Austritts sein.

Leikert verwies auf das 650 Seiten starke Austrittsabkommen. 750 Verträge müssten rückabgewickelt werden. „Aus meiner Sicht wirklich das größte Desaster, das in der Europäischen Union jemals hätte passieren können.“ Sie sieht darin aber auch „den größten Auftrag, für diese Europäische Union zu kämpfen“. Wie wichtig Europa für Hessen ist, unterstrich Europa-Staatssekretär Mark Weinmeister. Die Landesvertretung setze sich für die Interessen Hessens in Brüssel ein, „Wir sind quasi eine Lobbyistenvereinigung“ sagte er und lud zum Besuch ein: „Ich weiß, dass Bad Wildungen eine Weltstadt ist, wenn Sie mal eine andere sehen wollen, kommen sie nach Brüssel.“ Die Wildunger CDU-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg gab einen Überblick über das Wirken der CDU in Wiesbaden. CDU-Fraktionsvorsitzender Marc Vaupel erinnerte anhand der Beispiele Haus Oestreich, Kurhaus und Heloponte an die Auswirkungen europäischen Rechts bis in die Kommunen hinein und rief zur Stimmabgabe am 26. Mai auf.

VON JÖRG SCHADE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare